Tankstellenverband rügt neuen Tankrabatt als 'überstürzte Reaktion'

Die geplante vorübergehende Senkung der Mineralölsteuer wird vom Tankstellenverband scharf kritisiert. Verbandsvertreter Herbert Rabl bezweifelt, dass die Verbraucher tatsächlich spürbar entlastet werden.

heute 09:59 Uhr | 4 mal gelesen

Ganz ehrlich: Von diesem neuen Tankrabatt halte ich rein gar nichts – so die ziemlich klare Meinung von Herbert Rabl, dem Sprecher des Tankstellenverbands, gegenüber der 'Rheinischen Post'. Es klingt fast nach Kopflosigkeit, wenn für zwei Monate die Steuer auf Benzin und Diesel um 17 Cent gedrückt werden soll. Und ja, prinzipiell ist jede Entlastung willkommen – aber erinnern wir uns an die letzten Monate: Damals zeigte sich bereits, wie trickreich Mineralölkonzerne agieren. Deren Gewinne explodierten, doch die versprochenen Steuervergünstigungen tauchten kaum an den Zapfsäulen auf. Wie soll das jetzt bitte kontrolliert werden? Im Grunde, meint Rabl, hilft nur eines: Die Politik muss sich gegenüber den Ölriesen knallhart zeigen und Preise knallhart vorgeben, gleichzeitig aber Steuern senken. Sonst, so seine Warnung, machen die Konzerne mit den Entlastungen, was sie wollen – und die Verbraucher bleiben die Dummen. Ehrlich gesagt, das klingt plausibel. Oder vielleicht ist es auch nur ein weiteres Kapitel im unendlichen Verwirrspiel um Benzinpreise.

Der Vorschlag, die Mineralölsteuer für eine beschränkte Zeitspanne zu senken, sorgt für hitzige Debatten: Während die Koalition damit Verbraucher entlasten will, warnt der Tankstellenverband vor einer Wiederholung des Musters, dass Mineralölkonzerne solche Steuererleichterungen nicht zwangsläufig weitergeben. Tatsächlich zeigen Untersuchungen aus der Ukraine-Krise, dass Preisnachlässe oft kaum oder nur verzögert an die Autofahrer weitergegeben werden. Neben der Forderung nach mehr politischem Durchgreifen gibt es auch Rufe nach direkter staatlicher Kontrolle der Preisgestaltung – eine kontroverse Idee, die in der aktuellen Krise aber wieder an Zugkraft gewinnt. Laut jüngsten Medienberichten (vgl. Artikel auf Zeit Online vom 4. Juni 2024) pochen auch Wirtschaftsverbände und Verbraucherschützer darauf, dass die Bundesregierung effektive Maßnahmen ergreift, damit Steuerentlastungen nicht in den Taschen der Konzerne verschwinden.
Ein weiteres Detail: Die aktuelle Preissituation an deutschen Tankstellen ist nicht nur politisch brisant, sondern auch Teil einer europaweiten Diskussion über faire Preisgestaltung und soziale Gerechtigkeit.

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