Sudan-Konflikt: Hilfsorganisationen warnen – Katastrophe schwappt über die Grenzen

Berlin – Drei Jahre tobt der Krieg im Sudan nun schon. Am 15. April trifft sich deshalb die internationale Gemeinschaft in der Hauptstadt zur dritten Geberkonferenz. Die Not vor Ort sei kaum zu fassen, so Dr. Thorsten Klose-Zuber von Help. Über 34 Millionen Menschen brauchen Hilfe; viele fliehen ins ohnehin stark belastete Tschad oder nach Südsudan. Klose-Zuber warnt: Ohne mehr Geld von den Gebern droht eine humanitäre Eskalation – und wohl noch weit mehr Leid.

vor 57 Minuten | 2 mal gelesen

Tschad – eines der ärmsten Länder überhaupt – hat aus dem benachbarten Sudan inzwischen mehr als eine Million Schutzsuchende aufgenommen. "Überträgt man das auf Deutschland, wären das ungefähr sechs Millionen Geflüchtete", erklärt Klose-Zuber. Auch der Südsudan ächzt: Hier fanden rund 600.000 Sudanesen Zuflucht. Helfende Hände versuchen dort verzweifelt, Wasser, Essen, Hygiene und sogar Schulbesuch für Kinder zu sichern. Aber die Lücken sind tiefer als gedacht, fast bodenlos. Deutschland gehört zu den größten Geldgebern für humanitäre Hilfe in der Region, 157 Millionen Euro überwies die Bundesregierung allein im vergangenen Jahr. Doch mit jeder Woche, die der Krieg weiter tobt, wächst die Not. Hilfe droht zu versiegen, unter anderem, weil viele Länder an ihren Hilfsbudgets sparen – ein riskantes Spiel angesichts der aktuellen Dringlichkeit. Klose-Zuber appelliert eindringlich an die Bundesregierung: Auch für 2026 muss die Unterstützung auf keinen Fall knapper werden. Sonst könnte die größte humanitäre Krise der Welt zur dauerhaften Katastrophe werden. Wer helfen will – Spenden und Infos gibt’s über www.help-ev.de.

Der Sudan steckt seit April 2023 in einem blutigen Bürgerkrieg zwischen Militär und Milizen (insbesondere den Rapid Support Forces), was mittlerweile als die größte humanitäre Katastrophe weltweit gilt: Über die Hälfte der 46 Millionen Einwohner sind auf Hilfe angewiesen, viele hungern. Hilfslieferungen erreichen die Bedürftigen oft gar nicht – insbesondere in der umkämpften Region Darfur machen Berichte von Massenvergewaltigungen und ethnisch motivierten Angriffen die Runde. Deutschland und andere Staaten versuchen, die Krise einzudämmen, doch globale Hilfskürzungen erschweren die Lage zusätzlich; Millionen Flüchtlinge in Tschad, Südsudan und Ägypten drängen die Nachbarstaaten an ihre Belastungsgrenzen. Die taz berichtet, dass die kaputten Strukturen kaum noch in der Lage sind, die Grundversorgung sicherzustellen, während die FAZ hervorhebt, dass vor allem Frauen und Kinder unter der Gewaltspirale leiden. Laut Spiegel steht auch die medizinische Versorgung kurz vor dem Kollaps. Trotz der Konferenz in Berlin bleibt unklar, ob ausreichend neue Zusagen gemacht werden.

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