Prien bleibt bei Forderung nach strengeren Social-Media-Regeln

Die Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) setzt sich weiterhin für eine schärfere Regulierung der sozialen Netzwerke in Bezug auf Kinder und Jugendliche ein. Laut Prien steht das Thema noch immer ganz oben auf ihrer Agenda.

heute 15:59 Uhr | 1 mal gelesen

Aktuell wird gespannt auf die Empfehlungen einer eigens eingesetzten Expertenrunde gewartet, die im Juni ihre Vorschläge zur Regulierung von Social-Media-Angeboten für Minderjährige präsentieren möchte. Basierend auf diesem Gutachten will das Familienministerium dann ein umfassendes Bündel an Maßnahmen schnüren – und das schließt konkrete gesetzliche Vorgaben nicht aus. Derweil hatte Bundesinnenminister Dobrindt (CSU) kürzlich erneut betont, dass es seiner Meinung nach nicht allein um Verbote oder simple Alterskontrollen gehen dürfe. Die Verantwortung der Eltern und eine verbesserte Vermittlung von Medienkompetenz müssten ebenso berücksichtigt werden. Prien nickt zustimmend: Nur wenn Schutz, Förderung und Beteiligung zusammengedacht werden, kann man zu einer angemessenen Lösung kommen. Und ehrlich gesagt – die Debatte dreht sich sowieso nicht erst seit gestern darum, wie die digitale Sozialisation von Kindern gelingt, ohne sie zu überfordern.

Ganz neu ist die Diskussion um strengere Regeln für Social Media bei Minderjährigen ja eigentlich nicht. Immer mehr Studien weisen auf die Risiken für junge Nutzer hin, von Cybermobbing bis zu problematischem Medienkonsum. Prien sieht insbesondere den Gesetzgeber in der Pflicht, aber mahnt gleichzeitig zur Balance: Eltern, Schulen und eben die Plattformen selbst bräuchten mehr Unterstützung und Auflagen. Selbst tech-affine Eltern fühlen sich häufig überfordert, weil sich Trends und Apps quasi im Wochentakt ändern. Neben gesetzlichen Altersgrenzen stehen auch bessere Bildungsangebote im Raum, etwa Aufklärungskampagnen an Schulen oder digitale Elternabende. Tendenziell bewegen sich viele EU-Länder bereits in Richtung härterer Regulierungen, von Upload-Filtern bis zu verpflichtenden Pausenfunktionen. In den letzten Tagen gab es vermehrt Forderungen nach europaweit einheitlichen Regeln, auch weil Kinder im Netz wenig von Landesgrenzen merken. Nach einer aktuellen Umfrage (Anfang Juni) befürworten mittlerweile mehr als zwei Drittel der deutschen Eltern ein Mindestalter für Social-Media-Accounts.

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