Ganz neu ist die Diskussion um strengere Regeln für Social Media bei Minderjährigen ja eigentlich nicht. Immer mehr Studien weisen auf die Risiken für junge Nutzer hin, von Cybermobbing bis zu problematischem Medienkonsum. Prien sieht insbesondere den Gesetzgeber in der Pflicht, aber mahnt gleichzeitig zur Balance: Eltern, Schulen und eben die Plattformen selbst bräuchten mehr Unterstützung und Auflagen. Selbst tech-affine Eltern fühlen sich häufig überfordert, weil sich Trends und Apps quasi im Wochentakt ändern. Neben gesetzlichen Altersgrenzen stehen auch bessere Bildungsangebote im Raum, etwa Aufklärungskampagnen an Schulen oder digitale Elternabende. Tendenziell bewegen sich viele EU-Länder bereits in Richtung härterer Regulierungen, von Upload-Filtern bis zu verpflichtenden Pausenfunktionen. In den letzten Tagen gab es vermehrt Forderungen nach europaweit einheitlichen Regeln, auch weil Kinder im Netz wenig von Landesgrenzen merken. Nach einer aktuellen Umfrage (Anfang Juni) befürworten mittlerweile mehr als zwei Drittel der deutschen Eltern ein Mindestalter für Social-Media-Accounts.