Interessanterweise sah es zum Jahresbeginn, also rund um den Februar, sogar ein wenig optimistischer aus, erklärte Ludwig Dorffmeister, ein ausgewiesener Fachmann beim Ifo. Doch der konfliktreiche Nahe Osten, speziell die Lage im Iran, und die weiterhin steigenden Baukosten dämpfen gerade Heimwehträume von Bauherren ordentlich.
Trotz minimaler Aufwärtsbewegung – für 2028 sind etwa 210.000 Wohneinheiten prognostiziert – bleibt das Level im Vergleich zu 2024 mit einem Minus von 17 Prozent noch deutlich unten. Hauptproblem? Die Zeit zwischen Bauantrag und Schlüsselübergabe zieht sich immer länger hin – etwa 27 Monate, ein halbes Jahr mehr als zu Beginn der 2020er. Das lähmt den Markt zusätzlich.
Europaweit ist die Entwicklung ein bisschen freundlicher. Die Prognosen sehen beispielsweise für Länder wie Spanien, Frankreich und Großbritannien klar steigende Zahlen bei den jährlichen Fertigstellungen. Währenddessen wird man sich hierzulande eher bescheiden geben müssen, mit nur leichten Zuwächsen.
Alles in allem: Die gesamte europäische Bauwirtschaft wächst laut Schätzung von 2026 bis 2028 jährlich um etwa zwei Prozent. In Sachen Neubauten geht’s nach drei mageren Jahren wieder in Richtung Wachstum, im Tiefbau hingegen lässt die Dynamik langsam aber sicher nach. Und im sonstigen Hochbau? Gibt’s keine eindeutige Richtung, aber 2027 sticht zumindest als besseres Jahr hervor.
Die Lage auf dem Wohnungsbaumarkt in Deutschland bleibt angespannt, wie aktuelle Zahlen und Prognosen belegen. Trotz leichter Erholungstendenzen ab 2027 bleibt das Bautempo hinter dem früheren Niveau zurück, was vor allem an hohen Bau- und Finanzierungskosten, langen Planungsprozessen sowie Unsicherheiten durch geopolitische Krisen liegt. Hinzu kommt, dass die Bundesregierung ihr Ziel von 400.000 Neubauwohnungen pro Jahr weiter deutlich verfehlt – die Nachfrage bleibt aber hoch, nicht zuletzt wegen Zuwanderung und demografischem Wandel.
Zusätzliche Informationen aus aktuellen Recherchen: Die Bauindustrie fordert von der Politik massive Gegenmaßnahmen, etwa schnellere Genehmigungsverfahren, vereinfachte Normen und mehr Fördergeld für bezahlbaren Wohnraum. Inzwischen berichten diverse Medien verstärkt über Fertigstellungsstopps, Insolvenzverfahren bei Bauträgern und das Ausbleiben privater Investoren. Experten sehen zudem verstärkt die Gefahr steigender Mieten und sozialer Spannungen, sollte sich die Wohnungsnot weiter verschärfen.