Die gesamte EU übrigens brachte es laut Eurostat auf 429,3 Millionen Tonnen Rohöl aus anderen Weltregionen. Davon kam auch hier ein knappes Siebtel (13 Prozent) aus Staaten wie Saudi-Arabien oder Irak – wobei besonders Saudi-Arabien mit fast sieben Prozent als wichtigster Nahost-Lieferant hervorsticht.
Norwegen ist indes Deutschlands neuer Rohöl-Liebling: 12,5 Millionen Tonnen, also über 16 Prozent, kamen aus dem skandinavischen Land, dicht gefolgt von amerikanischem Erdöl (16,4 Prozent) und Libyen (13,8 Prozent). Der Irak belegt in dieser Aufstellung Rang sieben der wichtigsten Herkunftsländer, mit 4,2 Prozent Anteil.
Für Rohöl aus Saudi-Arabien geht der Trend steil zurück. Lag ihr Anteil 2020 noch bei 2,3 Prozent, ist er 2025 auf knapp ein Drittel davon geschrumpft.
Das größere Bild? Quasi ein Schrumpfkurs für den deutschen Rohölbedarf insgesamt: 2025 wurden 75,7 Millionen Tonnen eingeführt, gut ein Drittel weniger als noch 2005. Und das bei einem Durchschnittspreis von 477 Euro pro Tonne. Man merkt: Der Abschied vom Öl wird spürbar, auch wenn er schleichend daherkommt – ein bisschen wie das langsame Austrocknen eines Sees.
Der anhaltende Rückgang der Rohölimporte nach Deutschland ist nicht nur Ausdruck politischer oder wirtschaftlicher Veränderungen, sondern verdeutlicht auch den Trend zur Dekarbonisierung und die Auswirkungen geopolitischer Unsicherheiten insbesondere im Nahen Osten. Während Norwegen, die USA und Libyen immer größere Anteile am deutschen Ölmarkt übernehmen, verabschiedet sich Deutschland allmählich von der traditionellen Abhängigkeit aus Regionen wie Saudi-Arabien; ein Trend, der sich durch den spürbaren Import-Rückgang seit 2005 belegen lässt. Aktuelle Berichte heben zusätzlich hervor, dass die Energiekrise und die ambitionierten Klimaziele der EU diesen Schrumpfprozess beschleunigen – parallel bleiben Preissprünge und Unsicherheiten auf den globalen Rohstoffmärkten ein ständiger Wegbegleiter.