Monika Schnitzer: Kritik an Tankrabatt und Preisbremse für Sprit

Die Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, mahnt zur Zurückhaltung bei kurzfristigen Spritpreis-Entlastungen wie Tankrabatt oder festen Preislimits. Auch eine Übergewinnsteuer sieht sie mit Skepsis – aus ökonomischer Sicht sei die Umsetzung voller Tücken und Nebenwirkungen.

heute 06:22 Uhr | 2 mal gelesen

Monika Schnitzer bringt es ohne großes Zögern auf den Punkt: Sie hält weder einen neuen Tankrabatt noch pauschale Preisdeckel auf Spritpreise für einen sinnvollen Schritt. Nicht, dass das viele überraschen sollte – aber die Gründe, die sie dafür nennt, gehen tiefer.

Staatliche Eingriffe: Signalwirkung in Gefahr

Ihr zentrales Argument: Wenn der Staat massiv eingreift, etwa über Tankrabatte, wird das echte Knappheitssignal an den Markt unscharf. Verbraucherinnen, Unternehmen – sie alle bekommen dann nicht mehr zu spüren, wie real und teuer die Öl- und Gasknappheit tatsächlich ist. Das kann, so sagt sie selbstkritisch, die Anpassungsfähigkeit der Wirtschaft lähmen. Und ganz ehrlich: Wie oft wurde kurzfristiges Flickwerk in Berlin schon mit langer Wirkung gerechnet?

Übergewinnsteuer: Viel Unsicherheit, wenig Klarheit

Die Idee, unerwartet hohe Gewinne bei Konzernen besonders zu besteuern, klingt für viele erstmal attraktiv. Aber Schnitzer macht klar: Es ist verdammt schwer, solche Übergewinne trennscharf zu definieren. Und wo fängt man an, wo hört man auf? Setzt der Gesetzgeber die Schwelle falsch, verlieren Unternehmen den Anreiz zu investieren. Am Ende bleibt mehr Unsicherheit als gerade zu Beginn. Und Unsicherheit ist Gift für Innovation, da lehne ich mich mal aus dem Fenster.

Eigentliche Probleme: Dauerkrise am Ölmarkt

Die aktuelle Lage: Geopolitisch bleibt es rau, die Unsicherheit an den Energiemärkten hoch. Das eigentliche strukturelle Problem – zu wenig und zu teure Energie – löst keine der diskutierten Hilfen wirklich auf. Ein weiterer kurzer Schlenker noch: Auch eine Mehrwertsteuersenkung sieht Schnitzer als relativ unproblematisch für den Haushalt, doch auch das sei keine echte Lösung. Da steckt sie lieber Energie in Vorschläge, die helfen, tatsächlich aus der Abhängigkeit von fossilen Importen herauszukommen. Gar nicht so leicht, da den Kopf aus der Schlinge zu ziehen, wenn man ehrlich ist.

Monika Schnitzer stellt sich gegen kurzsichtige Eingriffe wie Tankrabatt, Preisobergrenzen oder eine unausgereifte Übergewinnsteuer. Sie befürchtet, dass solche Maßnahmen das notwendige Markt- und Preissignal verzerren und langfristig weder Verbrauchern noch der Wirtschaft wirklich helfen – abgesehen davon, dass sie den Staatshaushalt belasten. Schnitzer führt an, dass Investitionsbereitschaft und Innovationsdrang eher unter streitbaren Steuerlösungen leiden, während das Grundproblem chronisch knapper und teurer Energie auf andere Weise gelöst werden müsse. Es zeichnet sich gerade ein neuer Konsens unter Fachleuten ab, dass nachhaltige, strukturelle Maßnahmen statt kurzfristiger Entlastungen sinnvoller sind. Aktuell berichten zahlreiche deutsche Medien über einen anhaltenden Energiestreit in Politik und Wirtschaft, etwa zur geplanten Verlängerung von Strompreisbremsen oder die Forderung nach gezielteren Hilfen für Unternehmen in energieintensiven Branchen. Ebenso diskutieren Experten über die Gefahr, dass politische Notmaßnahmen langfristige Umbauten der deutschen Energiewirtschaft ausbremsen könnten.

Schlagwort aus diesem Artikel