Elektroauto fahren: Kostenvergleich zeigt massiven Vorteil gegenüber Verbrennern

Spritpreise auf Rekordhoch – laut einer aktuellen Verivox-Studie zahlt sich das E-Auto-Fahren aktuell mehr denn je aus, besonders für Menschen mit eigener Wallbox. Wer Strom günstig daheim lädt, kann kräftig sparen und könnte sich bald fragen, warum er noch einen Verbrennungsmotor tankt.

heute 01:02 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal verändert sich der Alltag schleichend, manchmal schubweise. Momentan erleben Menschen mit E-Auto einen kaum zu übersehenden Kostenvorteil – zumindest, wenn sie ihr Fahrzeug zu Hause laden. Und ganz ehrlich, bei den Spritpreisen wundert mich das nicht.

Rekordunterschied bei Fahrtkosten

Einen Wagen der Mittel- oder Oberklasse daheim aufladen? Das macht sich deutlich bemerkbar: Laut Verivox-Bericht sind die Betriebskosten pro 100 Kilometer rund 70 Prozent geringer als bei einem Benziner, 56 Prozent weniger als bei Diesel. Die Rechnerei basiert auf 16,9 Kilowattstunden Verbrauch je 100 Kilometer und etwa 32 Cent pro Kilowattstunde Haushaltsstrom – ziemlich alltägliche Werte, ehrlich gesagt.

Dagegen stinken die Klassiker ab: Benziner brauchen auf gleicher Strecke fast 18 Euro, Diesel gut 12. Diese Preise kommen noch aus den aktuellen Angaben der Funke-Mediengruppe. Und irgendwie wird es mit jeder Tankfüllung gefühlt schlimmer.

Krisen, Krisen, Öl: Warum Tanken immer teurer wird

Ein Grund dafür? Überraschung, mal wieder internationale Krisen. Die Lage im Nahen Osten, dazu Unsicherheiten auf den Ölwegen – das befeuert die Preise an deutschen Zapfsäulen wie selten zuvor.

Durchschnittlich 2,27 Euro für E10, 2,38 Euro für Diesel. Da fragt man sich irgendwann: Vielleicht reicht’s mal mit dem Verbrenner? Zumindest für die Finanzen wirkt das Umdenken logisch.

Wallbox als Joker – oder nicht?

Verivox-Experte Thorsten Storck redet Klartext: Den echten Spardruck gibt’s besonders für Haushalte mit Wallbox. Wer zusätzlich mit eigener Photovoltaikanlage arbeitet, spart noch mehr, weil der Strom teils vom eigenen Dach fließt.

Das Gegenteil: Wer nur öffentlich laden kann, spart zwar im Vergleich zur Tankstelle, aber eben weniger deutlich. Trotzdem lohnt’s sich meistens, aber den Effekt spürt man halt nicht so heftig.

Öffentliches Laden – immerhin günstiger als Benzin

Die Erhebung zeigt: Auch öffentlich E-Auto laden schlägt Benzin und Diesel, wenn man nur Fahrtkosten vergleicht. Pro 100 Kilometer kosten Normalladungen 8,77 Euro, Schnellladen 10,12 Euro.

Selbst der Turbo an der Ladesäule bleibt 44 Prozent günstiger als Benzin, 18 Prozent als Diesel – aber, Achtung, die Zahlen stammen noch aus März 2025, da kann sich was verändert haben.

E-Auto-Plus: besonders für Heimlader

Der Preisvorteil für daheim ladende Auto-Besitzer ist derzeit kaum zu bestreiten. Vor allem, wenn man eine PV-Anlage nutzt, gewinnt man doppelt – nicht nur günstiger, sondern auch irgendwie unabhängiger von globalen Kapriolen.

Klar, öffentliche Ladesäulen bringen auch Vorteile, nur eben geringere. Die Gesamtrechnung hängt also stark davon ab, wo und wie man Strom schnorchelt.

Bleibt: Die große Alltagsfrage

Nüchtern betrachtet hängt die E-Auto-Bilanz nicht nur am Ladestecker. Hochpreisige Autos, Förderungen, Steueranreize, aber auch Ladenetz, Reichweite und Technik spielen mit rein.

Wer heute viel fährt und eine Wallbox hat, für den dürfte sich ein E-Fahrzeug finanziell schnell rechnen. Letztlich bleibt es aber eine Entscheidung mit Langzeitfolgen – eine, die nicht nur das Portemonnaie, sondern auch Lebensstil und Fahrgewohnheiten verändert.

Wohin geht die Reise?

Kurz gesagt: Die Verivox-Auswertung schubst die Elektromobilität weiter nach vorne. Wie das die Zulassungszahlen beeinflusst, entscheidet sich aber erst, wenn man die Entwicklung der Energiepreise und politischen Rahmenbedingungen abwartet.

Pendler mit Verbrenner könnten jedenfalls bald unter Zugzwang stehen, während die Wallbox-Fraktion sich entspannt zurücklehnen darf – oder sich zumindest ein kleines Grinsen nicht verkneifen wird.

Der Verivox-Vergleich verdeutlicht: Wer sein Elektroauto zu Hause an der Steckdose oder – im besten Fall – an der eigenen Solaranlage lädt, kann bei aktuellen Preisen für Benzin und Diesel massiv sparen. Der Kostenvorteil beruht aber darauf, dass öffentliche Ladesäulen meist teurer sind, dort jedoch selbst Schnellladen günstiger bleibt als der klassische Tankvorgang. Bemerkenswert ist, dass die aktuellen Krisenherde die Wirtschaftlichkeit von Elektroautos weiter verbessern, wobei Investitionen in Wallboxen und Photovoltaik-Anlagen für viele Haushalte die laufenden Ausgaben deutlich senken können.

Aktuelle Berichte der ZEIT und der Spiegel betonen ähnlich die entscheidende Rolle der individuellen Ladesituation. Die Diskussion um E-Autos wird außerdem von Forderungen nach mehr politischen Anreizen und einem rascheren Ausbau der Ladeinfrastruktur begleitet. Kritische Stimmen merken an, dass ohne signifikant gesteigerte Attraktivität – speziell bei niedrigen Anschaffungskosten und besserer Ladedichte – die Transformation zur E-Mobilität trotz niedriger Fahrtkosten noch ausgebremst werden könnte.

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