Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik: Aufschwung, Strukturwandel und Herausforderungen

Die SHK-Branche erlebt einen kräftigen Aufwind: Mehr Ausbildungsplätze, wachsende Belegschaften – und gleichzeitig höhere Preise. Zwischen dynamischem Wachstum und einem drohenden Fachkräftemangel kündigt sich ein Generationswechsel an, der die Branche spürbar prägt.

heute 08:12 Uhr | 2 mal gelesen

Im Jahr 2025 haben nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 14.400 Jugendliche eine Lehre in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik begonnen – eine satte Steigerung von über 30 Prozent binnen zehn Jahren.

Wachsender Nachwuchs, aber immer noch (fast) eine Männerdomäne

Typisch für diesen Bereich: Die meisten Azubis werden zu Anlagenmechanikern oder arbeiten als Ofenbauer. Kurios, aber leider bezeichnend: Der Anteil weiblicher Auszubildender stagniert weiterhin bei mageren 2,4 Prozent, weit abseits vom sonstigen Durchschnitt des dualen Systems. Da regt sich manchmal schon die Frage, ob da nicht Potenzial brachliegt, das die Branche gut gebrauchen könnte.

Im großen Ganzen schließen junge Frauen inzwischen mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge im dualen System ab – nur hier eben kaum eine.

Mehr Beschäftigte, aber viele denken schon ans Aufhören

Auch auf dem Arbeitsmarkt zeigt sich viel Bewegung: 2025 gab es ungefähr 278.000 Erwerbstätige in der SHK, etwas über vier Prozent mehr als einige Jahre zuvor. Gleichzeitig ist ein beträchtlicher Teil der Berufstätigen im besten Vorruhestandsalter – fast jeder vierte ist 55 bis 64 Jahre alt. Im Branchenvergleich höchstens eine Nuance darüber, aber im Alltag wird das bei der Nachbesetzung spürbar werden.

Alles wird teurer – nicht nur bei der Heizung

Bleibt nicht unbemerkt: Die Preise für Installationsarbeiten an Gas-, Wasser- und Heizsystemen sind im letzten Jahr kräftig angezogen – häufig über der allgemeinen Inflationsrate. Für viele ein Ärgernis, für die Betriebe (noch) ein Zeichen hoher Nachfrage und voller Auftragsbücher. Klar, Material teurer, Fachpersonal knapp, Anforderungen steigen – das schlägt sich auf die Rechnung nieder.

Größere Unternehmen – und rekordverdächtige Umsätze

Interessant: Es gibt nicht nur mehr Jobs, sondern auch mehr größere Firmen. Unternehmen mit mindestens 20 Angestellten haben in zehn Jahren um etwa 39 Prozent zugelegt. Damit verbunden: Die Umsätze sind regelrecht explodiert, haben sich seit 2016 annähernd verdoppelt – von gut 2,9 auf etwa 5,9 Milliarden Euro. Wer hätte das gedacht?

Strukturelle Nachfrage und Energiewende im Nacken

Nicht zu vergessen: Der Boom ist kein Zufall, sondern auch Ergebnis politischer Weichenstellungen – Stichwort Wärmepumpen, energetische Sanierung, Klimaziele. Da ist der Bedarf an Fachkräften Dauerbrenner, besonders weil in den kommenden Jahren viele Erfahrene ausscheiden könnten. Gut möglich, dass die hohen Ausbildungszahlen jetzt noch nicht reichen, um die Lücke beim Übergang ganz zu schließen.

Frauen gesucht, Vielfalt fehlt

Ein echtes Sorgenkind bleibt die Geschlechtervielfalt. Es spricht eigentlich einiges dafür, sich da breiter aufzustellen – die Realität sieht (noch) anders aus. Dass es trotzdem immer mehr größere Firmen gibt, kann ein Indiz dafür sein, dass die Branche professioneller wird und größere Projekte stemmen kann. Das wiederum kann für Privatleute, gewerbliche Kunden und auch für Berufseinsteiger eine Chance – oder eine neue Hürde – sein.

Kurz gesagt: SHK bleibt in Bewegung

Insgesamt lässt sich sagen: Wachstum, Strukturwandel, Fachkräftemangel, Preisauftrieb und Generationswechsel laufen derzeit Hand in Hand – die Branche muss clever jonglieren, um den Wandel klug zu gestalten.

Rasanter Anstieg von Ausbildung und Umsatz

Die Zahl der Auszubildenden in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (SHK) ist binnen eines Jahrzehnts um ein Drittel gestiegen, der Anteil von Frauen bleibt aber verschwindend gering, wodurch ein Potenzial ungenutzt bleibt. Beschäftigung, Unternehmensgröße und Umsätze wachsen robust, während die Preise für Installationsarbeiten deutlich stärker steigen als die allgemeine Inflation, was sowohl Chancen für Betriebe als auch Herausforderungen für Kunden bedeutet.

Struktureller Wandel und Fachkräftelücke

Getrieben wird der Boom vor allem durch die Energie- und Wärmewende, staatliche Fördermaßnahmen und die Modernisierung des Gebäudebestands. Die Branche steht vor einer großen Alterungswelle: Ein Viertel der Fachkräfte wird bald in den Ruhestand gehen, sodass selbst der gestiegene Zuspruch bei den Ausbildungen knapp werden könnte, um die Lücke zu schließen.

Aktuelle Pressestimmen und Einschätzungen

Laut FAZ gibt es aktuell branchenweit Proteste gegen politische Rahmenbedingungen und bürokratische Hürden, die den Ausbau klimafreundlicher Heizungen verlangsamen könnten. Die SPIEGEL -Redaktion hebt in einer aktuellen Analyse hervor, dass die steigenden Preise die Nachfrage nach Sanierungen zwar dämpfen könnten, aber Fachkräfte weiterhin händeringend gesucht werden. Die ZEIT betrachtet in einem aktuellen Beitrag den Generationswechsel kritisch und betont die dringende Notwendigkeit, gezielt junge Frauen für das Handwerk zu gewinnen, um die personelle Vielfalt und Innovationskraft der Branche dauerhaft zu sichern.

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