Pentagon forciert überraschend zügigen US-Truppenabzug aus Europa

Die USA planen den Teilabzug ihrer Streitkräfte aus Europa deutlich früher als bislang vermutet. Das sorgt für Unsicherheit innerhalb der Nato und unter den europäischen Verbündeten.

heute 15:02 Uhr | 4 mal gelesen

Einem Bericht der 'Welt am Sonntag' zufolge beschleunigt das US-Verteidigungsministerium seine Pläne zum Rückzug bedeutender Teile seiner Militärpräsenz aus Europa. Ein ranghoher Pentagon-Vertreter bestätigte, dass auf der kommenden Force-Sourcing-Konferenz der Nato im Juni den Partnern offenbart wird, mit welchen Fähigkeiten oder Truppen die USA künftig nicht mehr in gewohntem Rahmen zur europäischen Verteidigung beitragen werden. Die Kernaussage: Die US-Strategie zielt darauf ab, schneller als bisher einen Wandel zu ermöglichen, bei dem Europas Staaten die konventionelle Verteidigung weitgehend selbst stemmen. Washington will den Partnern Klarheit darüber verschaffen, welche Aufgaben auf sie zukommen, um den Übergang beschleunigt einzuleiten. Besonders bemerkenswert: Offenbar ist keine ausgedehnte Übergangsphase vorgesehen. Präsident Trump lege großen Wert darauf, sich in jeder Lage sämtliche Handlungsspielräume offen zu halten, hieß es seitens des Pentagon. Trotzdem bleibt unklar, welche Einheiten oder Waffensysteme konkret abgezogen oder reduziert werden – lediglich, dass der Fokus vor allem auf Beiträgen zum Nato Force Model liegen soll, dem Sicherheitsmechanismus für schnelle, multinationale Truppenverstärkung. Hinter den Kulissen gibt es zudem Bedenken, ob die europäischen Alliierten mit den vorhandenen Kräften diese neuen Aufgaben überhaupt meistern können.

Das Pentagon hat überraschend angekündigt, Teile seiner Truppen und Fähigkeiten in Europa schneller als geplant abzuziehen, um eine Übergabe der konventionellen Verteidigungslast an die europäischen Staaten zu beschleunigen. Bei der bevorstehenden Nato Force-Sourcing-Konferenz wird konkretisiert, welche militärischen Beiträge die USA künftig reduzieren wollen; besonders betroffen ist das Nato Force Model, das für schnelle Krisenreaktion steht. Nach aktuellen Presserecherchen steht die Ankündigung im Kontext wachsender US-Ressourcenbindung in anderen Weltregionen (wie dem Pazifikraum und Nahen Osten). Die Bundesregierung, so berichten mehrere Medien, zeigt sich besorgt – Berlin verlangt mehr Transparenz und fordert intensivere Konsultationen innerhalb des Bündnisses, denn im Hintergrund gibt es Zweifel, ob die europäischen Länder so kurzfristig die Rolle der USA schultern können. Parallel gibt es in der Nato Stimmen, die fürchten, dass durch die Verlagerung das Abschreckungspotenzial gegen Russland geschwächt werden könnte.

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