Immer mehr Regeln? Mehrheit sieht Staat als wachsenden Eingriffsakteur

Eine frische Umfrage offenbart: Zwei von drei Deutschen fühlen sich zunehmend vom Staat reguliert und in ihrer Freiheit eingeschränkt – das gab es so ausgeprägt früher noch nicht.

heute 06:02 Uhr | 2 mal gelesen

Die 'Frankfurter Allgemeine Zeitung' bringt es ans Licht: Nach einer aktuellen Befragung durch das Allensbach-Institut ist der Eindruck, dass der Staat unaufhörlich neue Regeln erlässt, stärker verbreitet denn je. Noch vor einem Jahrzehnt empfand das nicht einmal die Hälfte so deutlich. Die Teilnehmer wurden gefragt, ob der Staat ihrer Meinung nach mehr eingreift und persönliche Freiheiten beschneidet. Bemerkenswert und vielleicht ein wenig unerwartet – ein erheblicher Teil der Befragten blickt dafür auch selbstkritisch auf das eigene Verhältnis zum Staat: Fast 60 Prozent sagen, sie hätten sich in der letzten Zeit zu sehr darauf verlassen, dass der Staat alles regelt. In Sachen Lebensarbeitszeit wünschen sich die meisten weniger Vorgaben. Interessanterweise plädiert nur jeder Fünfte für eine strenge Regulierung dort. Ebenfalls wenig Zustimmung findet eine feste staatliche Kontrolle über Altersvorsorge oder soziale Medien. Die Befragung lief Anfang Juli – insgesamt kamen 1.040 deutsche Bürger ab dem 16. Lebensjahr zu Wort.

Das Thema staatliche Regulierung trifft in Deutschland offenbar einen Nerv. Die Umfrage zeigt, dass viele Bürger skeptischer als früher auf den Umfang staatlicher Eingriffe blicken – besonders beim Thema individueller Freiheit. Gleichzeitig gesteht eine Mehrheit, vielleicht selbst zu bequem und passiv geworden zu sein. Nach Recherchen auf aktuellen Nachrichtenportalen kommt zudem häufig zur Sprache, dass die Balance zwischen Sicherheit, sozialer Fürsorge und Eigenverantwortung vielen schwierig erscheint. Politiker und Experten diskutieren, wie viel Einmischung nötig oder kontraproduktiv ist, gerade im Licht gesellschaftlicher Herausforderungen wie digitaler Kontrolle, Klimaschutz oder Globalisierung. Reformwünsche gibt es bei kontroversen Stichworten wie flexible Arbeitszeitmodelle, weniger restriktive Vorschriften bei Renten oder beim Datenschutz: Es findet ein Nachdenken statt über ein neues Gleichgewicht zwischen Schutz und Freiheit.

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