Martin Hagen tritt als FDP-Generalsekretär an – Stimmen für frischen Wind bleiben verhalten

Martin Hagen übernimmt das Amt des FDP-Generalsekretärs. Doch mit lediglich etwa 58,8 Prozent Zustimmung fällt seine Wahl unerwartet schwach aus – Konkurrenz hatte er keine, denn nur der Parteivorsitzende hat ein Vorschlagsrecht. Zum Vergleich: In der Vergangenheit fuhren Generalsekretäre der Liberalen meist deutlich bessere Ergebnisse ein, auch wenn es Ausnahmen gab.

heute 19:38 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal sind es die Details, an denen sich eine größere Geschichte festmacht: Beim FDP-Parteitag am Samstag wurde Martin Hagen als neuer Generalsekretär gewählt. Das Ergebnis? Gerade mal knapp 59 Prozent der Stimmen – ein Wert, der einem fast die Stirn runzeln lässt; ein bisschen wie bei Wahlergebnissen in Vereinen, wo alle eigentlich für den Einzigen abstimmen sollen, aber viele dann doch zögern. Und das, obwohl niemand anderes auf dem Wahlzettel stand – nur Vorschlag des Parteichefs zählt bei den Liberalen. Historisch betrachtet kein Totalausfall, denn beispielsweise Irmgard Adam-Schwaetzer holte 1982 sogar nur 53,2 Prozent. Die Luft nach oben ist aber eindeutig noch da. Neben Hagen gab es noch weitere Personalien: Als stellvertretende Parteichefs wählten die Delegierten Henning Höne (ebenfalls kein Rekordergebnis mit 71 Prozent), Svenja Hahn (72 Prozent) und Linda Teuteberg (66 Prozent) – alles weit entfernt von triumphalen Siegen. Bei den Präsidiums-Beisitzern wurde Susanne Seehofer glasklar gewählt (84 Prozent), Benjamin Strasser musste jedoch gleich im zweiten Anlauf gegen Gero Hocker ran und schaffte dann 52 Prozent. Nadin Zaya setzte sich mit 57 Prozent bereits im ersten Wahlgang durch, was angesichts zweier Gegenkandidaten fast wie ein kleiner Lichtblick erscheint. Ganz ehrlich, fühlt sich ein bisschen an, als ob die Basis ihrem Führungspersonal ein 'geht schon, aber haut uns bitte vom Hocker' mit auf den Weg gegeben hat.

Martin Hagens Wahl mit 58,8 Prozent zum Generalsekretär der FDP sorgte für hochgezogene Augenbrauen – ein schwaches Mandat, vor allem im Vergleich zu früheren, meist deutlich höheren Ergebnissen. Die einstige 'Einigkeit' der Partei wird durch solche Resultate in Frage gestellt, auch weil die übrigen Führungsämter eher durchwachsene Abstimmungsergebnisse verbuchten. In Debatten und Medienkommentaren klingt das nach einer Partei, die mit sich selbst ringt: Zwischen Erneuerungsdrang und Frust über die Bundespolitik, in der die FDP aktuell keine einfachen Antworten findet. Aktuelle Recherchen zeigen, dass die FDP sich angesichts anhaltender Umfragetiefs und schwieriger Regierungsbeteiligung zunehmend mit Personaldebatten und internen Spannungen auseinandersetzt – auch etwa um die Frage, wie man sich neben den Koalitionspartnern überhaupt noch profilieren soll. Die neue Führung steht also vor der Herausforderung, nicht nur nach innen zu einen, sondern auch nach außen wieder sichtbar zu werden. Die Presse geht darauf ein, dass die niedrigen Wahlergebnisse als 'Denkzettel' an die Parteispitze zu lesen sind, und dass der generelle Vertrauensverlust in die FDP nicht einfach mit Personalwechseln abgearbeitet werden kann.

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