Fast 900 Millionen Euro: EU-Kommission verdonnert Google zu Rekordstrafe

Wieder einmal gerät der Tech-Gigant Google ins Visier der EU – diesmal mit einer empfindlichen Geldstrafe von 890 Millionen Euro. Der Vorwurf: Google soll seine Macht als Suchmaschine ausgenutzt und Konkurrenten wie auch App-Entwickler systematisch benachteiligt haben.

vor 43 Minuten | 2 mal gelesen

Man könnte meinen, an den Namen Google hat man sich längst gewöhnt, auch wenn immer wieder Beschwerden aufkommen. Doch im Herzen Europas hat die EU-Kommission jetzt mit Nachdruck klargemacht, dass für die großen Internetkonzerne neue Spielregeln gelten. Nach aktuellen Berichten bekommt Google eine saftige Strafe in Höhe von insgesamt 890 Millionen Euro aufgebrummt – verteilt auf zwei entscheidende Vorwürfe. Erstens wirft Brüssel dem Unternehmen vor, die eigenen Angebote wie Shopping, Hotels und Co. allzu prominent in den Suchergebnissen zu platzieren. Dabei bleiben ähnliche Services von Drittanbietern auffällig im Schatten. Wer schon mal versucht hat, abseits der ausgetretenen Google-Pfade ein neues Hotelportal zu entdecken, weiß vielleicht, wie schwierig das sein kann. Zweitens soll Google App-Entwickler systematisch davon abgehalten haben, Nutzer auf alternative Angebote hinzuweisen oder Verträge über andere Kanäle als Google Play zu schließen. Hier geht es also um nichts weniger als die Freiheit, Kunden über Umwege zu erreichen – eine Freiheit, die jedem Entwickler bitter schmecken dürfte, wenn sie fehlt. Google hat nun 60 Tage, um die Kritikpunkte abzustellen. Andernfalls steht eine weitere, noch teurere Strafe im Raum: Bis zu fünf Prozent des weltweiten Umsatzes. Ob das beeindruckt? Viel hängt davon ab, ob Google künftig tatsächlich Seitenwechsel zulässt und nicht wieder bevorzugt im eigenen Revier fischt. Jedenfalls geben sich die Kommissionsvizes – in eher untypisch scharfen Worten – kämpferisch: Es wird durchgegriffen, zum Schutz von Innovation und fairen Märkten. Kurios eigentlich, wie lange das gedauert hat.

Die EU-Kommission hat Google zu einer Rekordstrafe von 890 Millionen Euro verurteilt. Der Konzern wird beschuldigt, seine eigenen Dienste bevorzugt in der Google-Suche zu präsentieren und App-Entwickler darin zu hindern, alternative Angebote auf Google Play zu vermarkten. Google muss die Verstöße innerhalb von 60 Tagen abstellen, ansonsten drohen weitere hohe Zwangsgelder. Der Fall gehört zu einer Reihe von Maßnahmen, mit der die EU Digitalkonzerne stärker regulieren will. Laut aktuellen Berichten aus Medien wie der Süddeutschen Zeitung und der Zeit ist der Streit zwischen großen Tech-Konzernen und der EU noch lange nicht beigelegt. Befürworter sehen in solchen Schritten dringend notwendige Regeln, andere fürchten eine Innovationsbremse. Auffällig ist, dass die betroffenen Unternehmen – nicht nur Google, sondern auch Apple, Amazon & Co. – teils massiv Lobbyismus betreiben, um neue Vorschriften zu beeinflussen.

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