Für Strack-Zimmermann steht fest: Die FDP gehört klar ins politische Zentrum, keinesfalls darf sie sich zwischen CDU und AfD positionieren, wie es einige (noch) hoffen mögen. Interessant auch ihr Verhältnis zu Wolfgang Kubicki. Beide, so sagt sie trocken, seien „keine Umarmer“ – was man beim kurzen Händedruck nach Kubickis Wahlsieg erkennen konnte. Trotzdem arbeitet man grundsätzlich vernünftig zusammen – vielleicht weil man weiß, wie wenig sentimentales Taktgefühl und wie viel Robustheit Politik oft fordert.
Marie-Agnes Strack-Zimmermann liefert mit ihrer spontanen Kandidatur auf dem FDP-Parteitag ein seltenes Beispiel für innerparteiliche Offenheit – auch gegen Widerstände der eigenen Reihen. Ihre Kritik richtet sich gleichermaßen gegen eine vermeintliche Annäherung an die AfD wie gegen unklare Verhältnisse in der Parteispitze. In den letzten Stunden vor ihrer Kandidatur zeigten sich tiefe Gräben: Nicht nur Kubickis Wahlsieg, sondern auch der Umgang damit, illustrieren ein Ringen um Orientierung – was angesichts schwankender FDP-Umfragewerte und dem Koalitionsdruck in Berlin wohl niemanden mehr überrascht. Noch bemerkenswerter: Die Bundesregierung bringt unterdessen neue Legislativvorhaben auf den Weg, die FDP-intern für weiteren Zündstoff sorgen könnten, beispielsweise die geplanten Investitionsanreize im Energiebereich. Laut „Spiegel“ und anderen Medien gibt es hierzu heftige Debatten um Position und Identität der Partei. Strack-Zimmermann gibt sich dennoch angriffslustig und wirbt, durchaus selbstkritisch, für eine kämpferische wie klare Mitte – alles andere sei keine Option.