Gottschalk sagt geplanten Bühnenauftritt wegen Gesundheit ab – Preisverleihung verschoben

Thomas Gottschalk verschiebt sein Live-Comeback aus gesundheitlichen Gründen – der geplante Auftritt bei einer feierlichen Preisverleihung in München muss warten.

heute 14:02 Uhr | 2 mal gelesen

Eigentlich stand Thomas Gottschalk nächste Woche in München als Moderator der 'Goldener Ochsensepp'-Preisverleihung auf dem Programm – eine Veranstaltung zu Ehren von Widerstandskämpfer und CSU-Mitbegründer Josef Müller. Dies wäre sein erstes öffentliches Auftreten seit der Meldung über seine Krebserkrankung Ende November gewesen. Als Preisträger war der frühere österreichische Kanzler Sebastian Kurz vorgesehen. Doch Gottschalk hat nun per E-Mail an den 'Spiegel' mitgeteilt, dass er bis mindestens Herbst auf öffentliche Bühnenaufritte verzichten will – unabhängig davon, 'ob für Kurz oder irgendwen sonst', wie er fast ein wenig lakonisch anmerkt. Auch wie es danach weitergeht, macht der Showmaster von seinem Gesundheitszustand abhängig. Der künstlerische Leiter Holm Dressler – langjähriger Weggefährte Gottschalks – gab an, dass die Zeremonie auf September verschoben ist und auch dann nur mit Gottschalk stattfinden soll, sofern es ihm besser geht. Dressler und Gottschalk arbeiteten schon in den 80ern bei Formaten wie 'Na sowas' und 'Wetten, dass..?' zusammen. Offenbar war die Verschiebung eine kurzfristige Entscheidung: Noch am Mittwochmorgen wurde der Event mit Gottschalk und dem ursprünglichen Mai-Termin auf der Veranstaltungs-Website beworben. Der neu gestiftete Preis, ausgelobt vom Internationalen Freundeskreis für eine christlich-soziale Politik (IFCSP), ist ein symbolisches Zeichen der christlich-konservativen Szene. Als Laudator war Peter Gauweiler eingeplant, Musik sollte Chris de Burgh beisteuern. Alles verschiebt sich – wie das Leben manchmal eben so spielt.

Auch bei näherem Betrachten bleibt der verschobene Auftritt von Thomas Gottschalk ein Thema, das in der Medienlandschaft für Gesprächsstoff sorgt: Der beliebte Showmaster legt Wert darauf, seine Gesundheit nicht zu gefährden und setzt bewusst Prioritäten. Im schnellen Wechsel der ohnehin aufgeladenen Medienrealität fühlt sich das fast wohltuend an – jemand sagt ab, um sich um sich selbst zu kümmern. Inzwischen berichten zahlreiche Zeitungen, dass die Veranstaltung verschoben wurde und Gottschalk sich weiterhin sehr zurückhält – Details zu seinem Gesundheitszustand werden aber nicht veröffentlicht. Über Sebastian Kurz, den vorgesehenen Preisträger, herrscht in Deutschland ohnehin Uneinigkeit und auch das Engagement christlich-konservativer Gruppierungen wird teils kritisch gesehen. So bleibt das Ereignis, trotz seines pompösen Rahmens, eine Fußnote in Gottschalks langer Geschichte. Wer genau hinschaut, bemerkt das: Die Branchenkollegen äußern sich überwiegend wohlwollend, da Offenheit im Umgang mit Krankheit mittlerweile fast selbstverständlich ist – ein Trend, der auch in anderen Berufsgruppen an Gewicht gewinnt. Am prominentesten äußerte sich der 'Spiegel' zu Gottschalks Entscheidung, zahlreiche andere Medien griffen das Thema vor allem in den Rubriken Promi & Gesellschaft auf.

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