Das 'Literarische Quartett': Ein Abbild der Literaturkritik im Wandel der Zeit

Das traditionsreiche ZDF-Format 'Literarisches Quartett' bleibt mit den neuen Gesichtern Richter, Mangold und Eilenberger ein Fixpunkt für Lesende und Kritikinteressierte. Warum der Talk nach all den Jahren immer noch fasziniert – und weshalb Kontroversen im Studio durchaus gewollt sind.

heute 13:31 Uhr | 4 mal gelesen

Mal ehrlich: Wer das 'Literarische Quartett' einschaltet, will meist mehr als nur Buchtipps – selten ist es einfach nur harmonisch. Mit der jetzigen Besetzung rund um Moderatorin Thea Dorn, den scharfsinnigen Jens Jessen, die eloquente Ijoma Mangold und den Philosophen Wolfram Eilenberger wirkt das Format fast wie ein intellektuelles Schnellgericht. Sicher, nicht jede Folge ist ein Feuerwerk, manchmal laufen Diskussionen auch kreuz und quer oder verharren in Eigenheiten, doch genau das macht für mich den Reiz aus. Persönliche Anekdoten, kleine Sticheleien, große Euphorie, gelegentlich auch Ratlosigkeit. Irgendwie geht es ja immer um mehr als um Literatur – nämlich um Haltung, Streitkultur und Zwischentöne. Was mir an der aktuellen Runde auffällt: Die alten Grabenkämpfe zwischen 'Feuilleton-Establishment' und Popliteratur lassen nach, dafür geraten gesellschaftliche Themen wie Cancel Culture oder Diversität stärker in den Fokus. Es bleibt dabei: Wenn alle einer Meinung sind, wird’s spätestens dann langweilig.

Das 'Literarische Quartett' im ZDF ist nach wie vor eine Institution der deutschen Literaturkritik. Mit dem aktuellen Team um Thea Dorn, Ijoma Mangold und Wolfram Eilenberger setzt die Sendung auf Debattierfreude und zeitgeistige Themen, ohne dabei ihre Wurzeln als literarisches Streitgespräch zu verlieren. Neuere Episoden greifen regelmäßig gesellschaftliche Debatten am Beispiel aktueller Bücher auf und zeichnen sich durch ein hohes Maß an Authentizität, mitunter auch Reibung aus. Aktuelle Medienberichte untermauern diesen Eindruck: In der jüngsten Diskussion wurde etwa intensiv darüber gesprochen, inwiefern Literatur politisch zu sein hat und ob Meinungsverschiedenheiten zur heutigen Diskussionskultur dazugehören sollten. Darüber hinaus tauchen die Gäste und Moderator*innen auch in die Frage ein, welche Verantwortung Literaturkritik in polarisierten Zeiten tragen kann. Einen besonderen Akzent setzt die Ausrichtung auf Diversität sowohl bei der Buchauswahl als auch in der Zusammensetzung des Panels, was dem Format zusätzliche Aktualität und Relevanz verleiht.

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