Dietmar Bartsch widersetzt sich SPD-Plänen zur Schuldenbremse: Kritik an Ausgabenpraxis

Dietmar Bartsch, der haushaltspolitische Sprecher der Linken, kann den Vorschlag von SPD-Fraktionschef Matthias Miersch nicht gutheißen, wegen der aktuellen Krise um den Iran neue Schulden zu machen. Er bemängelt, dass bereits geliehene Gelder nicht ausreichend für Zukunftsinvestitionen und Strukturwandel eingesetzt werden.

heute 13:31 Uhr | 3 mal gelesen

Gerade jetzt, wo wieder diskutiert wird, zusätzliche Schulden wegen kriegsbedingter Ausgaben zu machen, bleibt Bartsch skeptisch. Im Gespräch mit dem Sender 'Welt' äußert er ernste Bedenken: Die Schuldenbremse sei aus seiner Sicht ohnehin fragwürdig, doch sie ausgerechnet für Militärausgaben zu lockern, während andere Bereiche angespannt bleiben, hält er für einen gravierenden Fehler. So viel Geld einfach für Rüstung bereitzustellen, ohne auf echte Reformen in Rente, Gesundheit oder sozialen Belangen zu achten, sei für ihn der falsche Weg. Bartsch, der die konkreten Haushaltszahlen kennt, sieht im Verteidigungshaushalt Verschwendungspotentiale – Milliarden verpufften, statt zukunftssicher anzulegen. Er verweist auch auf die Versprechen der Regierung, die mit dem bislang aufgelegten Sondervermögen gemacht wurden, die aus seiner Sicht aber nicht eingelöst worden seien. Letztlich, so Bartsch, komme man ohne ehrliche Strukturreformen und einen Fokus auf gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht weiter. Der Hinweis auf den Wandel der Positionen von Olaf Scholz zwischen Wahlkampf und jetziger Regierungsarbeit ist für ihn ein weiteres Zeichen, wie dringend die Kurskorrektur sei.

Dietmar Bartsch sieht die aktuelle Diskussion über eine mögliche Aussetzung der Schuldenbremse kritisch, insbesondere wenn diese primär Militärausgaben zugutekommt. Er betont, dass Schulden nur dann Sinn machen, wenn sie in grundlegende Reformen und dauerhafte Verbesserungen für das Land investiert werden, und kritisiert die aus seiner Sicht ineffiziente Verwendung des bisherigen Sondervermögens. Nach intensiver Recherche aktueller Presseberichte zeigt sich, dass Bartschs Position aktuell in einer Zeit artikuliert wird, in der die Bundespolitik insgesamt unter Druck steht, Antworten auf neue sicherheitspolitische Herausforderungen zu formulieren. Bemerkenswerterweise steht Bartsch mit seiner Haltung nicht allein: Mehrere Bundestagsabgeordnete fordern mehr Transparenz bei Verteidigungsausgaben und eine konsequente Zweckbindung von Schulden für soziale oder ökologische Transformationsprojekte. Parallel geraten SPD und Grüne intern in Streit, welche Investitionen aus Sicht des gesellschaftlichen Zusammenhalts prioritär behandelt werden sollen. Neue Praxen zur Überprüfung der Wirksamkeit von Ausgaben werden derzeit in Haushaltskreisen diskutiert – samt Forderungen, Rüstungsausgaben generell stärker zu begrenzen.

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