CDU-Rückschlag: „Weiße-Flecken“-Initiative gerät ins Stocken

Die CDU tut sich sichtbar schwer dabei, in Ostdeutschlands ländlicher Fläche gegen die AfD an Boden zu gewinnen. Kaum gestartet, gibt es schon Probleme mit dem 'Weiße-Flecken-Programm': Der für Mecklenburg-Vorpommern eingestellte Strukturbeauftragte ist bereits wieder weg – kaum war er da, ist er auch schon kein Thema mehr.

heute 13:02 Uhr | 3 mal gelesen

Was dieser Abgang für die Partei bedeutet? Nun, vielsagend äußert sich die CDU dazu nicht. Offenbar ist der neue Strukturbeauftragte schon nach wenigen Wochen wieder Geschichte – offiziell 'aus Persönlichkeitsgründen', wie man so schön sagt, Details gibt es keine. Dabei hatte Generalsekretär Linnemann sich viel vorgenommen: Mit dem 'Weiße-Flecken-Programm' sollten CDU-Strukturen in Ostdeutschlands Landkreisen nicht nur gestützt, sondern bewusst neu aufgebaut werden. Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt dienten als Pilotregionen, verständlich, denn dort geht es für die Christdemokraten bei den kommenden Landtagswahlen um sehr viel – die AfD punktet dort verlässlich jenseits der 30-Prozent-Marke in den Umfragen. Ernüchternd: Während sich der Strukturbeauftragte in Sachsen-Anhalt schmeißig einarbeitet, ist in Mecklenburg-Vorpommern schon wieder Schluss – ein Neustart steht an. Was das für die Motivation anderer Engagierter bedeutet, lässt sich erahnen.

Die CDU hatte darauf gesetzt, mit eigens eingesetzten Strukturbeauftragten im Osten neue Impulse zu geben und die Partei im Vorlauf zu den Landtagswahlen widerstandsfähiger gegen das Erstarken der AfD zu machen. Das Vorhaben musste aber kurz nach dem Start einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen: In Mecklenburg-Vorpommern ist das Projekt vorerst gescheitert, der Beauftragte hat das Handtuch geworfen, Gründe bleiben unter Verschluss. Das Programm wird fortgesetzt, aber die Unsicherheit, ob die CDU die richtigen Antworten auf die Herausforderungen im Osten findet, dürfte angesichts dieser Entwicklungen nicht kleiner geworden sein. Ergänzende Recherche zeigt, dass die CDU nicht allein mit Problemen im Osten dasteht. In den letzten Tagen berichten mehrere Medien von einem teils hektischen Ringen der Parteien kurz vor den ostdeutschen Landtagswahlen. Laut FAZ steht die CDU mehrfach vor der Herausforderung, ihre eigene Linie zwischen Abgrenzung zur AfD und Attraktivität für wechselwillige Wähler zu finden. Die Süddeutsche sieht die Union teils in der Defensive, vor Ort fehlen vielerorts nicht nur überzeugende Köpfe, sondern ganz grundlegend greifbare Themen. Und wie der Spiegel berichtet, wird es der CDU in Ostdeutschland nochmals schwerer gemacht durch den schwindenden Rückhalt aus der eigenen Basis – viele Ortsvereine kämpfen ums Überleben, während die AfD geschickt lokale Sorgen aufgreift.

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