Gesundheitsreform durchs Kabinett: Einstimmigkeit – aber auch offene Fragen

Im Kabinett stieß die Gesundheitsreform auf breite Zustimmung – trotzdem bleiben Sorgen und Streitpunkte.

heute 14:44 Uhr | 4 mal gelesen

Der stellvertretende Regierungssprecher Steffen Meyer äußerte sich am Mittwoch gegenüber der dts Nachrichtenagentur: Die Entscheidung zur Gesundheitsreform fiel ohne Gegenstimme. Das klingt erstmal harmonisch, doch wer genauer hinschaut, merkt schnell – mehrere Minister waren gar nicht anwesend, was dem 'einstimmig' einen leicht schalen Beigeschmack verleiht. Details zur Kabinettsdiskussion blieben unter Verschluss, man sprach aber von großer Einigkeit. Im Bundestag erwarten viele jedoch eine hitzige Debatte, denn der Reformvorschlag ist umstritten: Künftig sollen die steigenden Kosten der gesetzlichen Krankenkassen an die realen Einnahmen gekoppelt werden und nur Leistungen mit klarem medizinischem Nutzen weiterhin finanziert werden. Besonders aus dem sozialen Bereich hagelte es zuletzt massive Kritik, viele Krankenhäuser und Ärzteverbände befürchten Einschnitte – die Pharmaindustrie hingegen kam, so heißt es, recht ungeschoren davon. Angesichts eines drohenden Defizits von 15 Milliarden Euro 2025 und möglichen 40 Milliarden bis Ende des Jahrzehnts wirkt der Handlungsdruck enorm. Spätestens vor der Sommerpause soll das Paket im Bundestag zur Abstimmung stehen. Aber wie viel aus dem aktuellen Vorschlag am Ende übrig bleibt? Man darf skeptisch sein. Übrigens: Das Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt, zumindest auf dem Papier, bleibt gesetzt – aber die Unruhe bei Betroffenen spricht eine eigene Sprache.

Der Beschluss der Bundesregierung zur Gesundheitsreform fiel offiziell einstimmig aus – doch nicht alle Minister waren dabei. Der Reformvorschlag sieht striktere Ausgabenbegrenzungen und eine stärkere Orientierung an medizinischem Nutzen vor, um das steigende Defizit der gesetzlichen Krankenversicherung in den Griff zu bekommen. Sozialverbände, Ärzte und Krankenhäuser äußern scharfe Kritik am geplanten Sparpaket, während die Pharmaindustrie vergleichsweise wenig betroffen scheint. Im Bundestag werden dazu intensive Diskussionen erwartet. Neue Informationen der vergangenen Tage beleuchten zusätzlich, dass sich Bundesländer gegen einzelne Kürzungen formieren und z.B. die Länderfinanzierung von Kliniken an Bedingungen knüpfen wollen. Auch wurde öffentlich, dass Digitalisierungsschritte in Krankenhäusern Bestandteil der Reformen werden sollen – mit eigenen Fördertöpfen. Die Debatte um Verteilungskonflikte, etwa bei Leistungen für chronisch Kranke oder in der Prävention, dürfte sich laut Kommentarspalten weiter verschärfen.

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