IG Metall warnt: Droht bei Thyssenkrupp Steel noch mehr Jobabbau?

Die IG Metall befürchtet, dass bei Thyssenkrupp Steel Europe (TKSE) deutlich mehr Arbeitsplätze gefährdet sind, als ursprünglich beschlossen.

14.01.26 21:42 Uhr | 3 mal gelesen

Manchmal reicht schon ein Halbsatz, um die Nervosität in einem Industriegiganten wie Thyssenkrupp Steel zu spüren. Knut Giesler von der IG Metall bringt es auf den Punkt: An den Zusagen des Sanierungstarifvertrags darf nicht gerüttelt werden. Diese Grundlage – das sei klar – soll laut Gewerkschaft einen sicheren Übergang in die Zukunft sichern. Aber jetzt steht das indische Unternehmen Jindal auf der Matte und blättert durch die Bilanzen von TKSE. Die Sache ist noch nicht gegessen: Die 'Due-Diligence' läuft, schwarze Zahlen tanzen durch die Köpfe, während offiziell niemand ins Detail geht. Jindal hält sich bedeckt, spricht von Verschwiegenheit; selbst der Konzern selbst bleibt auf Tauchstation. Aussagen seien lediglich vorläufiger Art, beteuert ein Sprecher – und mehr wolle man gerade auch gar nicht sagen. Zwischen den Zeilen aber ahnt man: Die momentane Atmosphäre schwankt zwischen Sorge, Gerücht und abwartendem Pragmatismus. Wird das alles auf dem Rücken der Belegschaft ausgetragen? Eine Antwort bleibt aus – aber die Frage steht deutlich im Raum.

Die Debatte um die Zukunft von Thyssenkrupp Steel Europe spitzt sich weiter zu. Während die IG Metall vor möglichen zusätzlichen Entlassungen warnt, liegt der Fokus aktuell auf den Verhandlungen mit dem indischen Stahlkonzern Jindal. Die Unsicherheit für die Beschäftigten wächst, denn konkrete Details zur geplanten Übernahme bleiben hinter verschlossenen Türen. In den letzten Tagen meldeten mehrere Medien, dass der internationale Wettbewerb und die schwächelnde Auftragslage dem deutschen Stahlsektor weiter zusetzen – Unternehmer und Belegschaften stehen in einem herausfordernden Spannungsfeld zwischen Modernisierungsdruck, Klimaschutz und Arbeitsplatzunsicherheit. Hinzu kommt das allgemeine Bangen in der Branche, ausgelöst durch steigende Energiekosten und die Herausforderungen der grünen Transformation. Einigen Stimmen zufolge sind die signifikanten CO2-Reduktionsziele bis 2030 aus eigener Kraft kaum zu stemmen, ohne Unterstützung durch Staat oder Investoren. Die IG Metall fordert, bestehende Sozialstandards und Tarifverträge als roten Linien in den anstehenden Verhandlungen zu verteidigen, während die abwartende Haltung der beteiligten Unternehmen wenig Aufschluss über das tatsächliche Ausmaß möglicher Stellenstreichungen bietet.

Schlagwort aus diesem Artikel