Der Streit um die Mobilfunkfrequenzen in Deutschland bekommt eine neue Dynamik: 1&1 will vor Gericht ziehen, weil die Bundesnetzagentur die aktuellen Nutzungsrechte an wichtigen Frequenzen einfach verlängert und kein offenes Bieterverfahren durchgeführt hatte. Kritik kommt von vielen Seiten: Das Vorgehen erzeugt Zweifel an der Gleichbehandlung neuer und alter Marktteilnehmer, zumal die Netzbetreiber eigentlich verpflichtet sind, 1&1 Zugang zu gewähren – was bislang ausbleibt. Die Klage könnte Signalwirkung für den Mobilfunkmarkt haben; Experten sprechen von einer Schwächung des Wettbewerbs und möglicher Einflussnahme auf künftige Investitionen ins deutsche Mobilfunknetz. Aktuelle Medienberichte zeigen, dass die Bundesnetzagentur generell für ihre Rolle in der Regulierung und die Transparenz ihrer Entscheidungen unter Druck steht. In den letzten 48 Stunden berichten große Nachrichtenportale, dass das Verfahren auch politische Wellen schlägt: Im Bundestag werden Forderungen nach einer Reform des Vergaberechts laut; zudem geraten die Großkonzerne wegen mangelnder Bereitschaft zum Teilen ihrer Infrastruktur in die Kritik. Marktexperten warnen, dass eine verspätete Freigabe und Undurchsichtigkeit der Vergabeprozesse Innovation und Ausbau des Mobilfunks stocken lassen könnten (siehe taz.de, faz.net, sueddeutsche.de).