Beim Blick auf die größten Preistreiber fällt auf: Dienstleistungen sind mit 3,4 Prozent der stärkste Motor im Februar, eine nochmalige Steigerung gegenüber Januar (3,2 Prozent). Lebensmittel & Co. verharren auf 2,6 Prozent, nicht-energetische Industriegüter steigen auf 0,7 Prozent (zuvor 0,4 Prozent), während Energiepreise weiter in den roten Zahlen bleiben (minus 3,2 Prozent nach minus 4,0 Prozent). Über die Euroraum-Länder hinweg gibt es die erwartbaren Unterschiede: Zypern liegt ganz hinten mit nur 0,9 Prozent, dann Frankreich (1,1 Prozent) und Belgien (1,4 Prozent). Die Slowakei tanzt mit satten 4,0 Prozent klar aus der Reihe. Deutschland wird von Eurostat mit 2,0 Prozent bewertet – die eigene Statistikbehörde hatte für Februar allerdings 1,9 Prozent ausgewiesen. Es ist schon erstaunlich, dass sogar Statistiker es nicht immer auf den Punkt gleich hinkriegen.
Im Euroraum zieht die Inflation leicht auf 1,9 Prozent an. Kerninflationswerte liegen mit 2,4 Prozent weiterhin leicht über dem zentralen Ziel der EZB. Besonders Dienstleistungen treiben die Teuerung an, während Energiepreise weiter nachgeben – doch regionale Unterschiede bleiben deutlich. Ergänzend lässt sich sagen: Hinter den Zahlen verbirgt sich eine komplexe Gemengelage aus schwacher Nachfrage, prekären Lieferketten und geopolitischen Verwerfungen, die den Euroraum weiterhin begleiten. Jüngste Stimmen aus der Wirtschaft mahnen zur Vorsicht, denn die Kerninflation bleibt trotz leichtem Rückgang hoch – EZB-Präsidentin Christine Lagarde sieht den Höhepunkt der Zinsanhebungen möglicherweise erreicht, aber die Unsicherheit bleibt. In Deutschland sorgt vor allem die Entwicklung bei Lebensmitteln für Diskussionen – viele Verbraucher trifft die Preissteigerung direkt im Alltag, auch wenn der Spitzenwert bei der Inflation wohl vorüber ist.