Zwischen Spardrang und Achtsamkeit: Unsere Essgewohnheiten als Generationenprojekt

Berlin – Von Rezeptklassikern bis Experimente: Wie essen und sparen jüngere und ältere Generationen heute? Eine neue Studie im Auftrag von Too Good To Go zeigt überraschende Gemeinsamkeiten und Unterschiede – besonders, wenn es um den Wert von Lebensmitteln und die Bereitschaft zum Generationsaustausch geht. Die Altersgruppe 30 bis 41 erweist sich dabei als Brücke zwischen Alt und Jung.

heute 12:13 Uhr | 3 mal gelesen

Generationen am Herd – mit Blick ins Unbekannte

Wenn ich an Gespräche über Essen denke, höre ich oft: "Früher war alles anders." Aber war es wirklich besser? Die Appinio-Umfrage bestätigt, dass Gewohnheiten im Wandel sind – ganz wie die Zutaten in einem improvisierten Eintopf. Junge Menschen, so heißt es, sind flexibler, stürzen sich stärker auf neue Rezepte und Technologien: Rund 57 % der 18- bis 29-Jährigen lieben es, zu experimentieren. Sie shoppen hybrid – analog wie digital – und teilen, was übrig bleibt. Ein Phänomen, das mit steigendem Alter abnimmt.

Doch entgegengesetzt dazu die Älteren: Wer zwischen 54 und 65 Jahre zählt, verlässt sich eher auf Routinen. Sie kaufen fast alle weiterhin im Supermarkt ein und konsumieren, was bewährt scheint. Leute wie Hanni Rützler – ihres Zeichens Foodtrend-Forscherin – betonen, dass Traditionsküche eben auch Geborgenheit stiftet. Gleichzeitig, so Rützler, sind jüngere Generationen mehr denn je gezwungen, selbst zu kochen, auch als Folge von Krisen wie Corona. Was auffällt: Achtsamkeit und das Selbst-Sorge-Prinzip („Selfcare“) finden sich vor allem bei Jüngeren wieder und spiegeln sich im Einkaufsverhalten deutlich wider.

Mindesthaltbarkeitsdatum? Ein Scheideweg. Jüngere werfen eher weg, sobald das Datum überschritten ist – ein Fehler, wie die Experten von Too Good To Go betonen. Die Älteren hingegen verlassen sich noch auf Augen, Nase und Mund. Es ist nicht alles schlecht, was alt ist – diese Lektion könnte ruhig öfter die Generationen wechseln.

Dialog statt Dogma

Was die Bereitschaft zum Austausch angeht, stehen Ältere weiter offen für das Gespräch. In den mittleren Jahren (30 bis 41) sieht man sich irgendwo dazwischen, neugierig und skeptisch zugleich – oft genug der Vermittler zwischen den Welten. „Diese Dazwischen-Generation hat alte Werte aufgenommen, probiert aber auch gern Neues“, meint Hanni Rützler mit Blick auf die Ergebnisse.

Knappe Kassen, klare Haltung

Über 70 Prozent suchen beim Einkaufen den günstigsten Preis, und Lebensmittel werden oft weitergegeben statt weggeschmissen – eine stille, aber starke Alltagsrevolution. Hier gibt es Raum für Initiativen wie Too Good To Go, die mit cleveren Apps Lebensmittel vor dem Müll bewahren. Ein Konzept, das in einer aufgerüttelten Welt langsam aber sicher Normalität wird.

Fazit? Es gibt kein richtig oder falsch in der Küche des Lebens. Es geht mehr darum, offen zu sein, Dinge zu hinterfragen und voneinander zu lernen. Und die Zukunft? Wird gemeinsam gewürzt – mit Neugierde, Respekt und vielleicht einem Schuss Mut zum Ungewohnten.

Die Umfrage von Appinio im Auftrag von Too Good To Go beleuchtet, wie deutsche Generationen mit dem Thema Essen, Nachhaltigkeit und Sparsamkeit umgehen: Während jüngere Menschen gern neue Rezepte ausprobieren und digitale Plattformen wie Too Good To Go verwenden, halten Ältere stärker an Traditionen fest und werfen weniger Essen weg, da sie sich mehr auf ihre Sinne verlassen. Die Generation dazwischen (30-41 Jahre) nimmt eine vermittelnde Rolle ein und ist besonders anpassungsfähig und preisbewusst. Angesichts steigender Preise, veränderten Ernährungsgewohnheiten und wachsender Umweltprobleme sehen Fachleute wie Hanni Rützler enormes Potenzial im gegenseitigen Austausch – sowohl um Verschwendung zu reduzieren als auch um nachhaltige Ernährungsformen generationsübergreifend zu stärken.

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