Deutsche Autohändler warnen: Trotz neuer E-Auto-Förderung drohen Umsatzeinbußen

Obwohl seit Jahresbeginn eine frische E-Auto-Prämie winkt, herrscht hinter den Kulissen des Autohandels mehr Skepsis als Optimismus: Fast die Hälfte der Händler sieht für 2026 düstere Zeiten kommen, nur wenige haben Hoffnung auf Aufschwung.

heute 11:10 Uhr | 4 mal gelesen

Eine jüngst vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) durchgeführte Befragung unter 590 Autohäusern bestätigt, was viele schon gefühlt haben: Der Wind weht rau, und zwar stärker als noch vor einem Jahr. Laut der "Welt am Sonntag" sagt jeder zweite Händler, die Geschäftslage habe sich zur Umfrage vergangenes Jahr verschlechtert. Anfangs hat die neue E-Auto-Prämie noch für ein bisschen Hoffnung gesorgt, aber laut ZDK-Präsident Thomas Peckruhn ist die Euphorie schnell verpufft. Denn: Die Auszahlung der staatlichen Förderung ist reine Ankündigung – statt einfacher Beantragung bleibt vieles vage. Besonders die Tatsache, dass der Online-Antrag erst ab Mai möglich ist, macht die Sache für viele Interessenten eher frustrierend als anreizend. Peckruhn bringt es auf den Punkt: 'Wer nicht sicher weiß, dass er die Prämie bekommt, zögert natürlich mit dem Autokauf.' Hinzu kommt, dass viele Autobauer das Aus für Verbrenner immer wieder verschieben – was wiederum Unsicherheit schürt. Peckruhn meint, unter diesen Bedingungen bleibt das dicke Prämienpaket unangetastet, obwohl drei Milliarden Euro locker bereitstehen. Ob das Vertrauen zurückkommt, hängt aus seiner Sicht von Tempo und Klarheit bei der Prämienumsetzung ab.

Die Branche steht also an einer Art Scheideweg, geprägt von Unsicherheit bei Kunden und Händlern gleichermaßen. Das Problem des zögerlichen Abflusses der bereitgestellten Fördermittel ist symptomatisch für die stockende Transformation des Automobilmarktes in Deutschland. Bundesweit beobachten Experten zudem, dass nicht nur bürokratische Hürden und schwankende Signale seitens der Hersteller das Konsumverhalten hemmen, sondern auch die generelle Wirtschaftslage und die steigenden Lebenshaltungskosten. Nach aktueller Berichterstattung kontrolliert die Nachfrage zunehmend das Tempo des Umbaus – und es sind zunehmend Zweifel zu spüren, ob die aktuellen Maßnahmen tatsächlich reichen, um den Markt nachhaltig Richtung Elektromobilität zu lenken. Laut Süddeutscher Zeitung und FAZ fordert die Branche schnellere und transparentere Prozesse – und warnt vor einem Dämpfer der eigentlich gewollten Verkehrswende.

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