Irgendwie klingt es schon fast routiniert: Die Bundesregierung ist mal wieder im Alarmmodus, berät sich fachbereichsübergreifend und schaut (Zitat) „mit großer Aufmerksamkeit“ auf die Geschehnisse. Bundeskanzler Friedrich Merz, CDU-Chef und Krisenmanager, steckt offenbar in engen Beratungen mit Verteidigung, Außenamt und weiteren Zuständigkeiten. Ein Fingerschnippen, und schon wird weiteres Krisengespräch im Laufe des Tages angekündigt. Aus dem Auswärtigen Amt verlautbart man derweil den fast schon mantraartigen Spruch, man beobachte die Entwicklungen im Iran, Israel und Drumherum ziemlich genau. Kommunikation läuft – wenig überraschend – via Botschaften, im Sekundentakt könnte man meinen. Und wieder einmal kommt die ELEFAND-Liste ins Spiel: Wer als Deutsche*r im Gebiet ist, soll sich registrieren und sich eben tunlichst an die örtlichen Hinweise halten. Reisehinweise werden ohnehin ständig überarbeitet, als würde das Papier heiß laufen. Gleichzeitig rumort es militärisch weiter: Irans Vergeltung bleibt nicht aus. Angriffe mit Raketen und Drohnen auf Israel, angeblich auch gegen eine US-amerikanische Einrichtung in Bahrain – das Logistikzentrum der US-Marine wurde laut iranischen Angaben tatsächlich attackiert. Die Lage bleibt, sagen wir es vorsichtig, alles andere als entspannt.
Die deutsche Bundesregierung wurde laut eigenen Angaben frühzeitig über Israels Militärschlag gegen den Iran informiert, bleibt jedoch relativ vage, was Details der Abstimmung mit Israel oder den USA betrifft. Die Lage in der Region verschärft sich durch Irans unmittelbare Reaktion: Neben Angriffen auf Israel richteten sich laut Teheran Raketen auch gegen eine US-Basis auf Bahrain. Währenddessen richtet die Bundesregierung ihren Fokus auf Krisenmanagement, intensive diplomatische Kontakte und gibt laufend aktualisierte Sicherheitshinweise für deutsche Bürgerinnen und Bürger in der Krisenregion heraus. Darüber hinaus berichten Medien aktuell über hektische Aktivitäten europäischer Staaten, die Sorge um eine Eskalation des Konflikts äußern, während die USA und Israel ihrerseits ihre Streitkräfte in Alarmbereitschaft halten. Auffällig ist, dass sich auch internationale Energie- und Rohstoffmärkte extrem nervös zeigen: Die Ölpreise steigen, während Unternehmen im Umkreis der Golfstaaten Notfallpläne aktivieren. In deutschen Medienkommentaren ist die Rede von der Notwendigkeit einer neuen Nahost-Strategie – viele Politiker fordern Deeskalation, sind aber auch ratlos, wie dieser Spagat zwischen Solidarität mit Israel und Besonnenheit gegenüber dem Iran tatsächlich funktionieren kann.