Ab dem 16. April um Punkt Mitternacht sind auf zahlreichen deutschen Flughäfen wieder erhebliche Flugausfälle und Verspätungen zu erwarten. Die Piloten der Lufthansa, zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen von Lufthansa Cargo, CityLine und Eurowings, legen ihre Arbeit nieder – zumindest für zwei Tage, bis zum späten Abend des 17. April. Kurios ist dabei, dass Verbindungen in den Nahen Osten aufgrund der Sicherheitslage von dem Streik ausdrücklich ausgenommen werden. Die Tarifauseinandersetzung steckt offenbar in einer Sackgasse: Nach Angaben von Cockpit-Chef Andreas Pinheiro liegt von Seiten des Arbeitgebers bislang kein Angebot für dringend geforderte Themen wie betriebliche Altersversorgung oder neue Vergütungsstrukturen auf dem Tisch. Pinheiro betont zwar das Interesse an einer Einigung – allzu viel Hoffnung lässt sein Ton aber nicht zu. Weder wolle man Machtspielchen, noch Eigeninteressen in den Vordergrund rücken, sondern vielmehr 'brauchbare Lösungen' finden. Die Piloten setzen nun auf ein mögliches Schlichtungsverfahren und warten, ob Lufthansa darauf eingeht. Ansonsten droht eine weitere Verschärfung des Konflikts – und noch mehr Chaos für Reisende.
Die Tarifkonflikte zwischen der Vereinigung Cockpit und der Lufthansa-Gruppe haben sich zugespitzt: Die Piloten fordern bessere Altersvorsorge, ein deutliches Lohnplus und neue Tarifverträge für Tochterunternehmen. Lufthansa hingegen zögert, konkrete Angebote vorzulegen. Der Streik trifft vor allem den innerdeutschen und innereuropäischen Flugverkehr, während Flüge in den Nahen Osten von der Streikmaßnahme ausgenommen bleiben. In den letzten Wochen hatte bereits das Bodenpersonal mehrfach gestreikt und damit massive Verspätungen und Flugausfälle verursacht. Branchenexperten weisen darauf hin, dass die Lage nicht nur für die Passagiere schwierig bleibt, sondern mittelfristig auch das Image und die wirtschaftliche Stabilität der Lufthansa gefährdet. Hinter den Kulissen wird ein längerer Arbeitskampf nicht ausgeschlossen, sollte es weiterhin keine Bewegung in den Verhandlungen geben.