Als Maybrit Illner Wolodymyr Selenskyj fragte, ob Deutschland nun der wichtigste strategische Verbündete der Ukraine sei, zögerte er kaum: 'Deutschland ist unser größter Partner in Europa.' Noch deutlicher wurde Selenskyj dann bei der Frage nach den USA: 'Ehrlich gesagt, leistet Deutschland derzeit am meisten. Die USA helfen uns finanziell nicht mehr wie früher.' Dabei betonte er, einen Vergleich nicht anstreben zu wollen, merkte aber an, Deutschland sei aktuell führend. Hintergrund seien die zunehmenden US-Fokusverschiebungen Richtung Iran-Konflikt – wichtige US-Unterhändler wie Jared Kushner oder Steve Witkoff seien ständig mit Iran befasst, kaum noch ansprechbar für ukrainische Themen. Das Interview fand kurz nach dem Treffen Selenskyjs mit Bundeskanzler Friedrich Merz statt, im Rahmen der bilateralen Beratungen in Berlin. Auf die Forderung von Merz, kampffähige ukrainische Männer im Land zu halten, entgegnete Selenskyj abwägend: 'Ich kann niemanden zwingen, im Land zu bleiben. Natürlich wünsche ich mir, dass sie zurückkehren.' Er signalisiert, das Thema mit Blick auf Deutschlands Belastung zu verstehen: 'Friedrichs Sorge um den deutschen Haushalt kann ich nachvollziehen.' Auszüge aus dem Interview sind in den aktuellen Nachrichten sowie am Donnerstagabend, 16. April um 22:15 Uhr im Polittalk 'maybrit illner' zu sehen. Wer sich weiter informieren möchte, kann die Pressekontaktadresse oder die LinkedIn-Präsenz des ZDF besuchen.
Im exklusiven ZDF-Interview nach den deutsch-ukrainischen Regierungskonsultationen hat Präsident Selenskyj Deutschlands Rolle als zentralen Unterstützer der Ukraine über die der USA gestellt. Nach seinen Aussagen finanzierten die USA derzeit den Ukraine-Krieg weniger, da ihre Aufmerksamkeit sich auf den Konflikt mit dem Iran verschiebe. Selenskyj äußerte Verständnis für die deutsche Debatte um ukrainische Männer im Ausland, während aktuelle Nachrichten zeigen, dass Deutschland tatsächlich seine Waffen- und Finanzhilfen nochmals ausgeweitet hat – ein Schritt, der auch international wahrgenommen wird. Laut taz geht Deutschland in der militärischen und humanitären Unterstützung für die Ukraine weiterhin entschlossen voran, während gleichzeitig in der Politik kontrovers über Flüchtlingsfragen gestritten wird. Die FAZ berichtet, dass sich auch nach dem Gipfel der Ton zwischen Berlin und Kiew sachlich-nüchtern, aber insgesamt partnerschaftlich zeigt. Neue US-Pakete mussten im Parlament monatelang ringen, in Deutschland sind jedoch neue Waffenlieferungen und Wirtschaftshilfen auf dem Weg. Zusätzliche Infos: In den letzten Tagen fanden zahlreiche Wirtschafts- und Wiederaufbaukonferenzen statt, bei denen deutsche Firmen verstärkt Investitionen in Infrastruktur und Energieprojekte der Ukraine planen. Auch wird diskutiert, welche Verantwortung Deutschland in künftigen Sicherheitsgarantien übernimmt.