Weber fordert die CSU heraus: Neu denken statt weiter so

CSU-Vize Manfred Weber gibt sich kämpferisch: Mit deutlichen Worten verlangt er von Parteichef Söder und der CSU endlich mutige Impulse, um für die Zukunft gewappnet zu sein.

heute 01:02 Uhr | 3 mal gelesen

Manfred Weber, der als CSU-Vize nicht gerade für laue Worte bekannt ist, ließ in einem Interview mit den Funke-Zeitungen durchblicken: Es reicht nicht, sich an Umfragen festzukrallen, man muss schon Herz und Haltung zeigen. 'Die Leute wollen sehen, dass ihre Partei für etwas einsteht', meint Weber – und spricht dabei, das spürt man, auch ein bisschen aus eigener Frustration. Gutes Regieren allein mache eben keine überzeugende Volkspartei mehr aus. Angesichts der Erfolge der AfD, die für viele immer noch erschreckend stabil sind, fordert Weber eine Art CSU-Relaunch: mehr Vision, mehr Orientierung auf Morgen statt bloßes Verwalten von Gestern. Die entscheidenden Wahlen – von Landtag bis Europaparlament – seien Gradmesser, ob die CSU als Volkspartei Zukunft hat. Bei der letzten Kommunalwahl, gibt Weber offen zu, habe es eher eine Bauchlandung als ein Feuerwerk gegeben: 'Wir müssen nachlegen.' Und zwar nicht nur irgendwie, sondern grundlegend und sichtbar. Als kleine Zeitreise bringt er das Beispiel Theo Waigel – der habe damals gegen viele Widerstände das scheinbar Unmögliche gewagt und die Einführung des Euro durchgezogen. Mit solchen Visionen, so Webers Tenor, könne man Menschen wirklich gewinnen. Nebenbei will er keine Personaldebatte – zumindest sagt er das laut – sondern eine echte inhaltliche Auseinandersetzung. 'Das Ersticken jeder Debatte unter dem Vorwand, es gehe immer gleich um Köpfe, bringt uns als Partei überhaupt nicht weiter.' Zwischen Weber und Söder? Man sei halt im Gespräch, aber ob da echtes Vertrauen herrscht, bleibt im Dunkeln. Persönliche Machtansprüche? Er winkt ab, stattdessen hofft er auf einen inhaltlichen Weckruf: Die CSU brauche endlich wieder ein großes Bild für die Zukunft. Nur dann habe Politik überhaupt eine Chance, wieder zu begeistern und nicht als Verwaltungsladen dazustehen.

Weber nimmt in seinem Appell die gesamte CSU in die Pflicht: Weniger verwalten, mehr gestalten – das ist die Botschaft. In den letzten Monaten zeigte sich immer stärker, dass die alten Rezepte der Partei kaum noch zünden; steigende AfD-Ergebnisse machen das politische Klima rauer. Weber weist darauf hin, dass gerade jetzt eine breite, offene Sachdebatte wichtiger ist als Personalspielchen. Auffällig: Die Forderung nach Visionen und ehrlicher Politik ist nicht nur als Kritik an Markus Söder zu verstehen, sondern auch als Warnung an die Partei insgesamt – es droht sonst der Abstieg in die politische Bedeutungslosigkeit, wie aktuelle Analysen der Parteiwähler zeigen. Inzwischen diskutieren CSU-Kreise intensiv, ob neue Themen wie Klimapolitik, Digitalisierung oder Migration in der Partei überhaupt noch konsequent angegangen werden. In den vergangenen Tagen berichtete zum Beispiel die "SZ", dass die Verunsicherung bei der CSU-Führung wachse, da klassische Kernthemen an Zugkraft verloren hätten und man Schwierigkeiten habe, auf neue gesellschaftliche Herausforderungen zeitgemäß zu reagieren.

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