ZDF-Programmdirektorin Dr. Nadine Bilke äußerte sich begeistert zu den Erfolgen beim Deutschen Filmpreis und betonte: "Herzlichen Glückwunsch an alle Gewinnerinnen und Gewinner! Die Würdigung für 'In die Sonne schauen' und 'Gelbe Briefe' freut uns sehr und bestätigt, wie wichtig emotionale, gesellschaftliche Stoffe im deutschen Film weiterhin sind. Solche Produktionen zeigen die Kreativität und Innovation, die in unserem Land möglich sind und stärken das ZDF als starken Partner der Filmbranche."
Besonders herausragend war der Lauf von "In die Sonne schauen": Das Familiendrama erhielt Lolas in zehn Kategorien, darunter für Beste Regie, Bestes Drehbuch, Beste weibliche Nebenrolle (Lena Urtendowsky) sowie Kamera, Schnitt, Tongestaltung, Szenen-, Kostüm-, und Maskenbild. Regisseurin Mascha Schilinski und Drehbuch-Kollegin Louise Peter erzählen eine melancholisch-dichte Geschichte von vier Frauen, deren Schicksale sich über Generationen hinweg in einem Hof in der Altmark überschneiden. Kindheit, verdrängte Schmerzen, alte Ängste und verborgene Wahrheiten – unter der Oberfläche brodelt es, und jede lebt einen Teil der anderen weiter.
Der Film entstand als Koproduktion von Studio Zentral mit dem ZDF und wurde von mehreren Förderern unterstützt. Das Team – von der Toncrew bis zum Maskenbild – wurde gleich mehrfach geehrt, was selten ist und auf eine besondere handwerkliche Qualität hindeutet.
Auch "Gelbe Briefe" durfte sich freuen: Der Politthriller von İlker Çatak, produziert von if... Productions und weiteren europäischen Partnern für ZDF/ARTE, holte die Auszeichnung als Bester Spielfilm (Silber) und beste Filmmusik. Im Mittelpunkt steht ein Künstlerehepaar aus Ankara, das nach einer Streitigkeit bei einer Theaterpremiere ins Fadenkreuz der Behörden gerät und um Arbeit und Wohnung kämpft. Die Familie zerbricht fast an äußeren Zwängen, Identitätssuche und inneren Konflikten – ein Stoff am Puls der Zeit.
Die Entscheidungen beim Deutschen Filmpreis werden von der Deutschen Filmakademie getroffen, ein Votum also von Filmschaffenden für ihre Kolleginnen und Kollegen.
Die Verleihung des Deutschen Filmpreises 2026 hat für das ZDF einen bemerkenswerten Abend beschert: 'In die Sonne schauen', ein in Sachsen-Anhalt angesiedeltes Familiendrama mit generationsübergreifenden Themen, wurde zum großen Abräumer mit zehn Lolas, darunter für die herausragende Regie, das Drehbuch und die künstlerische Umsetzung. Besonders spannend ist die düstere, fein gewobene Atmosphäre, mit der Verdrängtes und die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart spürbar werden. 'Gelbe Briefe', der Politthriller mit gesellschaftskritischem Ton, thematisiert staatliche Repression und die Zerbrechlichkeit familiärer Bindungen und holte zwei Auszeichnungen – ein Zeichen, dass auch anspruchsvolle, aktuelle Filmstoffe beim Publikum und den Fachjurys Anklang finden.
Erweitert: Der diesjährige Deutsche Filmpreis spiegelte laut mehreren Medien (u.a. Süddeutsche und Zeit) eine starke Präsenz gesellschaftsrelevanter, aber auch künstlerisch ambitionierter Werke wider, wobei insbesondere die Rolle öffentlich-rechtlicher Sender als Motoren für innovative, oft riskante Stoffe mehrfach hervorgehoben wurde. Viel diskutiert wird der Trend, dass Produktionen vermehrt auf regionale Identität sowie Diversität setzen und weibliche Perspektiven im Zentrum stehen – ein Impuls, der auch internationale Beachtung findet. Zusätzlich ist bemerkenswert, dass der Deutsche Filmpreis zunehmend als Schaufenster für die Vielfalt deutscher Filmemacher verstanden wird, die sich erfolgreich zwischen Mainstream und Arthouse bewegen.