Lucy Frickes "Das Fest": Filmische Geburtstagsreise in Berlin

Der Hessische Rundfunk und Senator Film bringen Lucy Frickes Roman "Das Fest" auf die Kinoleinwand: Regisseur Rick Ostermann inszeniert die Dreharbeiten in Berlin, das Drehbuch schrieb die Autorin gemeinsam mit David Ungureit.

heute 13:46 Uhr | 3 mal gelesen

Zwischen Imbissbuden, S-Bahn-Höfen und vielleicht ein paar staubigen Spätis wird in Berlin gerade Lucy Frickes Bestseller "Das Fest" zum Leben erweckt. Kein Glamour, sondern echtes Berliner Alltagsgefühl, so stelle ich mir jedenfalls den Vibe am Set vor. Im Zentrum steht Jakob (gespielt von Hans Löw), der sich seinen 50. Geburtstag am liebsten allein und unausstehlich verbringen würde – eine dieser Introvertiertheiten, die im echten Leben vielleicht gar nicht so selten sind. Ellen (Anna Schudt), seine Freundin, ignoriert das stoisch und schickt ihn doch hinaus in die Welt, wo statt erhoffter Ruhe seltsame Begegnungen, Erinnerungen und am Ende womöglich die Liebe selbst lauern. Wer weiß schon, wie das Leben an so einem Tag Fahrt aufnimmt? Neben Löw und Schudt sind noch weitere vertraute deutsche Gesichter zu sehen: Arnd Klawitter, Marita Breuer, Nina Kunzendorf sowie Neelesha Barthel. Kamera, Kostüm, Masken – alles liegt in erfahrenen Händen von Crewleuten wie Philipp Sichler oder Sabine Keller. Hinter den Kulissen koordinieren Ulf Israel, Reik Möller und ein halbes Dutzend anderer Profis den Dreh, während die Ausstrahlung für einen bislang weit entfernten ARD-Sendeplatz 2027 angekündigt ist.
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Im Zentrum der aufwändigen Verfilmung steht die Figur Jakob – ein Mann, dessen Angst vor dem eigenen Geburtstag zu einer unerwartet intensiven Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit und mit den Menschen um ihn herum wird. Die Dreharbeiten, die teils in typischen Berliner Locations stattfinden, laufen noch bis Mitte Juni 2024 und setzen auf bekannte Gesichter der deutschen Schauspielszene und ein erfahrenes Team hinter der Kamera. Das Projekt hebt sich durch die eigenwillige Mischung aus introspektiven Momenten, skurrilem Humor und Alltagsbeobachtung hervor – eine Kombination, die womöglich auch im TV-Format das Potential hat, aus dem üblichen Mittwochsfilm-Rahmen hervorzustechen. Weitere Recherchen zeigen: Die Dreharbeiten zur Verfilmung sorgen für ein gewisses Aufsehen in der deutschen Kulturszene, zumal Lucy Fricke als Autorin nicht nur den Roman, sondern auch das Drehbuch in Teilen selbst verantwortet. Die letzte Verfilmung eines deutschsprachigen Gegenwartsromans unter ähnlich großer Beteiligung prominenter Schauspieler wirft Fragen auf: Welchen Stellenwert bekommt Literaturverfilmung im deutschen Fernsehen? Besonders ARD setzt zunehmend auf solche Stoffe, um der oft kritisierten Austauschbarkeit ihrer Sendeplätze entgegenzusteuern. Hinzu kommt: Lucy Fricke ist seit Jahren eine der meistdiskutierten Stimmen im literarischen Feuilleton. Auch wird über den Wagemut diskutiert, mit "Das Fest" nicht etwa eine große Heldengeschichte, sondern eine stille Midlife-Crisis als Stoff zu wählen – was, ehrlich gesagt, mal eine wohltuende Abwechslung ist.

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