Wasser in Deutschland: Früher klang das wie eine nie versiegende Quelle – ziemlich tröstlich, wenn man ehrlich ist. Inzwischen sieht das Bild anders aus: Rekordtemperaturen im Juni, Flüsse, die knochentrocken aussehen, und Grundwasserpegel, die nicht mehr überall selbstverständlich sprudeln. Christian Schuchardt vom Deutschen Städtetag schlägt einen nüchternen Ton an: Die Versorgung sei zwar nach wie vor sicher, aber sorgloser Konsum? Lieber nicht. Was auffällt: Die Debatte dreht sich vor allem um industrielle und landwirtschaftliche Großverbraucher, weniger um Privathaushalte.
Interessant ist der Vorschlag, für große Nutzer bundesweit einheitliche Entnahmeentgelte festzulegen. Aktuell gibt es so etwas bereits in den meisten Bundesländern, aber wer sich in den Details verliert, merkt schnell: Es herrscht ein ziemliches Durcheinander. Die Idee: Wer Wasser im großen Stil nutzt, soll auch mehr zahlen und möglichst einen Anreiz zum Sparen haben. Das bewusste Gegensteuern gegen die eigenen Komfortgewohnheiten – zum Beispiel das Poolbefüllen oder das Gießen des perfekten Rasens – ist inzwischen nicht nur Privatleuten zumutbar, sondern wird nach und nach von Kommunen angeordnet. Munich zum Beispiel: Pool leer, Rasensprenger aus – alles für den Notfall.
Die Grünen verstärken die Forderung nach Verantwortung, insbesondere für Unternehmen, die beim Wasserverbrauch besonders herausragen. „Trinkwasser ist kein x-beliebiges Gut“, betont Britta Haßelmann. Es wird klar: Wer Wasser abpumpt, muss Teil der Lösung und nicht des Problems sein. Vieles ist in Bewegung – und ja, manchmal ist es unbequem.
Immer deutlicher wächst in Deutschland das Bewusstsein, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Die Extremwetterlagen der letzten Jahre zwingen Politik und Gesellschaft, fast schon hektisch umzudenken. Kommunen greifen zu Einschränkungen, Unternehmen sollen zahlen und sparen, die Rückendeckung aus der Politik ist spürbar – wenn auch nicht überall einheitlich. Einige neue Berichte zeigen, dass vor allem Süddeutschland unter extremer Trockenheit leidet und auch der Grundwasserspiegel im Osten erneut auf kritische Werte gefallen ist. Zusätzlich zeichnet sich ab, dass im europäischen Umland ähnliche Diskussionen geführt werden, manche Länder jedoch bereits durch strengere Wasserentnahme-Regeln und digitale Überwachung von Wasserverbrauch Vorreiter geworden sind. Außerdem diskutiert man aktuell, wie gerechte Verteilung und Versorgung für die Zukunft aussehen könnte und ob eine nationale Wasserversorgungsstrategie notwendig wird. (Stand: Juli 2024)