IAB-Leiter: Ende der Minijobs könnte Schwarzarbeit fördern

Bernd Fitzenberger, Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, spricht sich gegen das vollständige Aus für Minijobs aus und befürchtet unbeabsichtigte Nebenwirkungen.

heute 00:02 Uhr | 4 mal gelesen

Eigentlich klingt es im ersten Moment verlockend: Den Flickenteppich der Minijobs einfach abschaffen und für Klarheit sorgen. Doch Bernd Fitzenberger, den meisten vermutlich eher als nüchternen Zahlenmenschen bekannt, sieht darin mehr Risiken als Chancen. In einem Interview mit der 'Rheinischen Post' gesteht er zwar ein, die Regelungen für Minijobs sollten gestrafft werden – ein kompletter Kahlschlag für alle Personengruppen sei aber der falsche Weg, meint er. Er bringt als Alternatividee eine Untergrenze von 250 Euro ins Spiel. Minijobs unterhalb dieser Grenze sollten weiterhin ohne die volle Sozialversicherungspflicht möglich sein, sagt er. Wieso eigentlich? Seine Sorge: Wer heute legal ein paar Stunden putzt, kellnert oder aushilft, könnte im Falle eines Minijob-Verbots verstärkt auf den „inoffiziellen“ Arbeitsmarkt ausweichen. In Fitzenbergers Worten: Man müsse verhindern, „dass die Schwarzarbeit wieder durch die Decke schießt“. Im Hintergrund steht der Vorschlag der Rentenkommission, den privilegierten Status von Minijobs zu streichen (Schüler mal ausgenommen), was die Bundesregierung nun prüfen oder gar umsetzen will. Ob das so sauber läuft, wie es auf dem Papier klingt? Da bleiben offenbar Zweifel.

Die Debatte um die Zukunft der Minijobs nimmt Fahrt auf. Während die Bundesregierung und die Rentenkommission auf eine Gleichstellung aller Beschäftigungsformen drängen, mahnt Bernd Fitzenberger zur Vorsicht vor übereilten Reformen: Besonders Haushalte, die Reinigungskräfte nur für wenige Stunden beschäftigen, könnten sich zukünftig doppelt überlegen, ob sie das noch offiziell tun. Recherchen zeigen, dass Minijobs gerade für Menschen in prekären Lagen – etwa Alleinerziehende oder Studierende – oft die einzige flexible Möglichkeit sind, Geld zu verdienen. Laut aktuellen Diskussionen könnten auch Arbeitgeber in kleinen Betrieben das Nachsehen haben, sollte das Minijob-Modell verschwinden.

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