Wall Street schwankt: Zinsblicke und Inflationssignale bestimmen das Geschehen

Am Mittwoch endeten die US-Börsen uneinheitlich – die gemischte Stimmung spiegelt die Unsicherheit im Hinblick auf die Zinspolitik der Fed wider.

heute 22:14 Uhr | 3 mal gelesen

Ganz ehrlich: Es war wieder so ein Handelstag an der Wall Street, der sich nicht klar festlegen wollte. Der Dow Jones legte zum Börsenschluss auf 52.659 Punkte zu (also ca. 0,3 % mehr als am Vortag), wohingegen es beim Nasdaq 100 in die andere Richtung ging – der schloss 0,3 % tiefer bei 29.503 Punkten. Dazwischen rangierten die Werte des S&P 500, die mit 7.572 Punkten immerhin ein leichtes Plus von 0,4 % verzeichneten. Der Markt-Analyst Andreas Lipkow von CMC Markets, ein alter Hase im Geschäft, sieht in den aktuellen Daten zu US-Verbraucher- und Erzeugerpreisen ein Zeichen, dass die Inflation möglicherweise doch nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Sprich: Der Anstieg der Preise verlangsamt sich und gibt der US-Notenbank (Fed) theoretisch etwas mehr Luft – also erst einmal keine schnellen Zinsanhebungen, vielleicht sogar Zinssenkungsperspektiven irgendwo am Horizont. Ach, und der Empire-State-Manufacturing-Index? Kam überraschend robust herein (15,6 Punkte) und liefert ein weiteres Argument gegen düstere Konjunkturprognosen im Bundesstaat New York. Für Euro-Freunde gab es ebenfalls Bewegung – die Gemeinschaftswährung war am Abend etwas stärker und stand bei 1,1464 Dollar (was rückgerechnet 0,8723 Euro pro Dollar entspricht). Gold kletterte minimal (+0,1 %) auf 4.058 Dollar für die Feinunze. Nicht riesig, aber immerhin. Öl wiederum zeigte sich deutlich munterer: Brent-Öl wurde zum Tagesende für 85,73 Dollar pro Barrel gehandelt, das sind stolze 1,2 % mehr als beim vorherigen Schlussstand. Was mir auffällt: Trotz all der professionellen Analysen und den immer gleichen Indikatoren bleibt die Grundstimmung an den Börsen häufig eine Mischung aus Hoffnung, Zweifel und der unsichtbaren Hand der Fed.

Die US-Börsen lieferten am Mittwoch erneut ein geteiltes Bild: Während der Dow Jones moderat zulegen konnte, rutschte der Nasdaq 100 leicht ab. Entscheidenden Einfluss hatten neue Inflationsdaten, die überraschenderweise einen langsameren Anstieg der Preise als zuvor angenommen zeigten und so der US-Notenbank Spielraum für geldpolitische Maßnahmen bieten. Der Ölpreis zog deutlich an – was immer ein möglicher Preistreiber bei Konsumgütern bleibt –, der Euro gewann gegenüber dem Dollar an Boden, und der Empire-State-Index deutet auf eine gewisse konjunkturelle Stabilisierung hin. Ergänzend: Neueste Berichte, u.a. von Bloomberg und Reuters, bestätigen die abwartende Haltung der Fed. Marktbeobachter rechnen frühestens im Herbst mit Zinssenkungen, sofern es keine neuen Inflationsüberraschungen gibt. Die geopolitischen Risiken durch steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten bleiben im Fokus, was sowohl die Kurse als auch Investorenstimmung schwanken lässt.

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