Das Aus für das Fregattenprojekt F126 sorgt derzeit für politischen Wirbel, insbesondere bei den Grünen, die eine transparente Aufarbeitung von Bundesverteidigungsminister Pistorius fordern. Der Konflikt entzündet sich nicht nur an der milliardenschweren 'Fehlinvestition', sondern erhält zusätzliche Brisanz durch gleichzeitige Sozialkürzungen an anderer Stelle – ein gefundenes Fressen für die politische Debatte: Wo wird gezielt gespart, wo fehlt die Verantwortung? Nach aktuellem Stand drohen dem Bund außerdem erhebliche Schadensersatzforderungen durch den niederländischen Werftenpartner Damen, der sich rechtlich bereits durch einen prominenten deutschen Ex-Politiker vertreten lässt. Recherchen aus den letzten beiden Tagen zeigen, dass das Vertrauen in deutsche Rüstungsprojekte seit Beginn des Ukraine-Kriegs besonders auf dem Prüfstand steht: Das Verteidigungsministerium spricht laut der FAZ von 'schwierigen Vertragsbedingungen' und Abläufen, die zu massiven Kostensteigerungen geführt hätten. Ein FAZ-Bericht kritisiert darüber hinaus die mangelnde Kommunikation zwischen Beschaffern und Industrie, was nicht nur die Fregatten, sondern auch andere Projekte betrifft – von Kampfjets bis zu Cyberabwehr. Auch die Süddeutsche Zeitung weist auf eine zunehmende Entfremdung zwischen politischer Führung und Fachleuten in der Bundeswehr hin, ein Problem, das für kommende Projekte vielleicht noch gefährlicher werden könnte.