Drehtür: Ex-FDP-Chef Christian Dürr navigiert auf neuen Pfaden – Einstieg bei E-Fuel-Start-up

Der ehemalige Chef der FDP-Fraktion wechselt in die Welt der synthetischen Kraftstoffe – und setzt dabei auf junges Unternehmertum.

heute 16:54 Uhr | 1 mal gelesen

Was macht ein Politiker, wenn die Machtspiele in der Partei nicht in seinem Sinn enden? Christian Dürr liefert eine ziemlich aktuelle Antwort. Ab August übernimmt der diplomierte Ökonom den Geschäftsführerposten des Münchner Start-ups GLE360 – und springt damit kopfüber vom politischen Parkett mitten in eine Branche, die irgendwie nach Zukunft duftet, aber gleichzeitig voller Unsicherheiten steckt. GLE360, das erst 2023 aus der Taufe gehoben wurde, will mit einer Plattform internationale Hersteller von E-Fuels mit europäischen Abnehmern connecten. Ganz ehrlich, bisher klingt das noch ein bisschen nach Digitalmesse im Kleinformat, aber Fakt ist: Dürr bleibt der Linie treu, die er in der Politik vertreten hat. Technologieoffener Klimaschutz, das ist ein Stichwort, das ihn – so scheint’s – nicht loslässt. Gerade die FDP trommelte ja zuletzt dafür, dass Autos mit klassischem Verbrenner auch nach dem Jahr 2035 weiter verkauft werden können, wenn sie synthetischen Kraftstoff tanken. Die EU sieht das als Instrument für das Klima – aber, Hand aufs Herz: Der Markt ist noch anfangsverliebt, von Massenproduktion oder Alltagstauglichkeit wenig zu sehen. Dürr selbst gibt zu, dass für ihn der Wechsel zu GLE360 auch eine persönliche Konsequenz ist. Nach dem verlorenen Showdown mit Wolfgang Kubicki um die FDP-Spitze und einem eher mittelprächtigen Karrierenachschlag nach der Bundestagswahl, wagt er jetzt etwas Neues. Amüsiert betrachtet: Die Kurzwege eines Start-ups reizen ihn – vielleicht eine stille Spitze gegen die politischen Mühlen, in denen Entscheidungsprozesse gern mal zu Geisterfahrern werden? Er betont, Deutschland müsse sich stärker auf den Import von synthetischen Kraftstoffen fokussieren: Länder, die günstig produzieren können, sollten ausgebaut werden. Ein bisschen klingt das wie ein Mantra, das zwar nach Aufbruch klingt, aber noch beweisen muss, ob es hält, was es verspricht.

Christian Dürr, ehemals FDP-Fraktionschef, wechselt ab August als Geschäftsführer zur GLE360 GmbH, einem Münchner Start-up, das sich darauf spezialisiert, Produzenten von synthetischen Kraftstoffen – sogenannten E-Fuels – mit Abnehmern aus Europa zu vernetzen. Die Bundestagswahl-Niederlage und der Machtkampf mit Wolfgang Kubicki führten zum Abgang von Dürr aus der Politik, wobei er nun die kurze Kette von Entscheidungen und den unternehmerischen Reiz eines Start-ups betont. GLE360 hat aktuell 46 Mitarbeitende und möchte eine Marktlücke schließen: Es fehlt bislang an einer effizienten Plattform, um Anbieter und Kunden von E-Fuels zusammenzubringen – obwohl die EU E-Fuels im Rahmen der Klimaziele anerkennt, ist der Markt klein und steht erst am Anfang. Neue Details aus der aktuellen Nachrichtenlage: Schon jetzt erleben E-Fuels hitzige Debatten – Experten warnen, dass Produktion und Skalierung kostspielig und energieintensiv bleiben könnten. Laut DW.com setzt die EU auf verstärkten Ausbau von erneuerbaren Kraftstoffen, doch die Geschwindigkeit beim Markteintritt hinkt hinterher. Start-ups in diesem Feld erleben sowohl begeisterte Investorensuche als auch Rückschläge – die Marktperspektive für E-Fuels ist weiter volatil, politische Rahmensetzungen könnten über Erfolg oder Scheitern entscheiden.

Schlagwort aus diesem Artikel