In einem Gespräch mit dem Podcast „Vorangedacht“ von T-Online hat Martin Sander, Vertriebschef bei VW, einen spannenden Einblick gegeben: Im Labor klappt das Fünf-Minuten-Laden tatsächlich schon – allerdings ist das im Moment noch ein Luxus für wenige. Die nötige Technik sei schlichtweg zu teuer für den Durchschnittsverbraucher, so Sander. Ziel ist dennoch klar: VW will E-Autos auf den Markt bringen, deren Batterien in nur fünf Minuten von 10 auf 80 Prozent aufgeladen werden können. Bis das für Otto Normalverbraucher erschwinglich wird, braucht's aber wohl noch etwas Geduld. Auf einen Zeitraum festgelegt, spricht Sander von Anfang der 2030er Jahre.
Interessant dabei ist, dass asiatische Hersteller wie BYD aktuell enormen Druck machen: BYD wirbt bereits mit „Flash Charging“ – hier sollen neue Fahrzeuge an speziellen Megawatt-Ladesäulen in fünf Minuten von 10 auf 70 Prozent voll sein; neun Minuten sogar fast komplett geladen. VW verfolgt das genau, lässt sich aber nicht hetzen.
Der Rückenwind für die E-Mobilität in Deutschland verwundert VW offenbar selbst. Sander merkt an, wie überraschend groß das Interesse an E-Autos derzeit ist: Kaufprämien wirken, und auch das politische Signal, dass Stromer politisch gewollt sind, scheint in den Köpfen angekommen zu sein. Viele Käufer berichten laut Sander von durchweg positiven Erfahrungen, die sich offenbar herumsprechen – kaum jemand steige nach einer Probefahrt wieder zurück aufs alte Verbrenner-Modell um.
Volkswagen arbeitet daran, ultraschnelles Laden massentauglich zu machen, sieht dafür aber erst ab etwa 2030 realistische Chancen – aktuell existieren solche Lösungen zwar bereits im Labor und für wenige Luxusmodelle, können aber erst in einigen Jahren kostengünstig für den Massenmarkt angeboten werden. Der Druck steigt jedoch, da chinesische Hersteller wie BYD schon jetzt mit beeindruckenden Schnellladetechnologien und neuen Ladesäulen auf den europäischen Markt drängen. Parallel dazu nimmt die Nachfrage nach E-Autos in Deutschland weiter Fahrt auf, unterstützt durch Kaufanreize und eine gesellschaftliche Trendwende – Hindernisse bleiben jedoch u.a. Preis, Ladeinfrastruktur, und die notwendige Rohstoffversorgung für Batterien. Tatsächlich zeigt die aktuelle Berichterstattung, dass auch Wettbewerber wie Tesla und Mercedes an vergleichbar schnellen Ladesystemen arbeiten und der europäische Markt immer mehr umkämpft ist. (Quelle: Berichte von taz, Spiegel, FAZ, t3n und energieblogger.net)