Neuausrichtung beim Bundespresseamt: Regierungssprecher plant umfassende Strukturreform

Das Bundespresseamt steht vor einschneidenden Veränderungen – ein bislang beispielloser Umbau soll Effizienz, Transparenz und Flexibilität stärken.

heute 15:11 Uhr | 3 mal gelesen

Es knistert ein bisschen Neuanfang in den Fluren des Bundespresseamts. Nach ausgedehnter Phase voller Gutachten, Debatten, sicherlich auch mancher Tasse lauwarmen Filterkaffees ist das Ergebnis da: Die Gliederung wird zusammengedampft, Neues entsteht. Aus vier macht drei: Zwei Abteilungen, bislang ein wenig nebeneinanderher existierend, verschmelzen zur Einheit 'Politik und Kommunikation'. Ein Leitungsteam für Strategie, Innovation und – ja, Desinformation – soll künftig Bewegungsrichtung und große Linien abstecken. Interessant: Die interne Öffentlichkeitsarbeit wird neu sortiert und soll flexibler reagieren, auch angesichts digitaler Anforderungen oder dauerpräsenter Krisenlage. Regierungssprecher Stefan Kornelius bringt es auf den Punkt: Ein Vierteljahrhundert war Stillstand – jetzt geht’s richtig zur Sache, meint er. Sich digitaler aufzustellen, das Schlagwort schleicht überall durch die Statements, ist notwendig wie nie. Seine Stellvertreterin Esther Uleer betont mit einer ungewohnten Portion Pathos, Analyse und Energie steckten in der Reform. Vernetzung mit dem Kanzleramt? Wird ausgebaut! Klare Aufgaben und schnellere Reaktionen, gerade in der Flut von Falschinformationen, gehören zur neuen DNA der Behörde. Ab 1. Juni – dann greift der neue Ordnungsrahmen. Ob das am Ende wirklich den großen Sprung bringt? Schaun wir mal, sagt der Volksmund.

Das Bundespresseamt wird grundlegend neu organisiert: Die Struktur wird von vier auf drei Abteilungen verkleinert, die Kommunikation nach außen zentralisiert und eine neue Stabsstelle für Strategie und Desinformation geschaffen. Ziel ist es, die Arbeit effizienter, digitaler und krisenfester zu machen sowie interne Abläufe und Verantwortlichkeiten klarer zu definieren. Nach außen soll sich das BPA künftig flexibler und schneller auf das wandelnde Medienumfeld einstellen – mit einer gestärkten Verbindung zum Bundeskanzleramt und dem Fokus auf den Umgang mit Fake News und digitalen Herausforderungen. Zusätzlich dazu zeigen aktuelle Pressestimmen, dass die umfassende Modernisierung Teil eines Gesamttrends in deutschen Behörden ist: Die Bundesregierung investiert verstärkt in die Digitalisierung der Verwaltung, um Informationsflüsse zu beschleunigen und Bürgern schneller valide Auskünfte liefern zu können. Dabei steht das Thema Desinformationsbekämpfung zunehmend im Fokus, vor allem angesichts neuer Herausforderungen durch soziale Medien. Kritische Stimmen aus Politik und Zivilgesellschaft erwarten, dass mit der engmaschigeren Verknüpfung der Kommunikationsstrukturen künftig auch die Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit steigen muss.

Schlagwort aus diesem Artikel