Angela Merkel im Interview: „Alle gehören dazu – nur gemeinsam ist Europa stark“

Frankfurt am Main – Angela Merkel, Ex-Bundeskanzlerin und nach wie vor eine der markantesten Stimmen der deutschen Politik, hat sich erstmals in diesem Jahr ausführlich geäußert. In „FREIHEIT DELUXE“, dem Podcast von Jagoda Marinic, diskutiert sie über Chancen und Stolpersteine des Wahljahres, ihre Haltung zu populistischen Strömungen und die Kraft eines solidarischen Europas. Das ganze Gespräch ist ab Freitag, 6. März, auf den gängigen Podcast-Plattformen und in der ARD Audiothek zu hören.

heute 16:59 Uhr | 3 mal gelesen

Schon der Einstieg bei „FREIHEIT DELUXE“ ist typisch für die Sendung: Statt Small Talk wählt Merkel ein Statement zum Thema Freiheit aus, das ihr besonders am Herzen liegt. Diesmal greift sie – nicht ganz überraschend – auf eigene Worte aus ihrem Buch zurück: Freiheit sei kein exklusives Privileg, sondern ein Recht, das allen gebührt. Wen „alle“ umfasst? Merkel stellt klar, dass sie darunter jeden versteht, unabhängig davon, wie lange jemand schon den deutschen Pass hat – vom Urgroßvater geboren im Schwarzwald bis zum frisch eingebürgerten Nachbarn von gegenüber. Im weiteren Verlauf gerät die AfD ins Visier: Merkel warnt eindringlich vor der Vorstellung, es gäbe ein „richtiges“ Volk und daneben eine abgehobene Elite. Diese künstliche Spaltung halte sie für brandgefährlich, gerade im Lichte der Grundwerte des Grundgesetzes. Auch der nahende Parteitag und die Zukunft der CDU werden gestreift. Merkel, sichtbar um Klarheit bemüht, empfiehlt ihrer Partei, sich auf die eigenen Ideale zu besinnen und sich nicht von den Themen der AfD treiben zu lassen. Ihre Überzeugung: Überzeugungskraft hängt am eigenen Profil, nicht an anbiederndem Wahlkampfgewäsch. Einen weiteren, spannenden Aspekt liefert sie, als es um Europa und dessen Rolle zwischen den Weltmächten USA und China geht. Für Merkel steht fest: Ohne Zusammenhalt bleibt Europa politisch wie ökonomisch ein Leichtgewicht. Militärische und wirtschaftliche Stärke, gepaart mit Dialog – das müsse das europäische Selbstverständnis werden. Offen gibt sie erstmals zu, die Verteidigungsbereitschaft des Kontinents nicht energisch genug vorangetrieben zu haben. Und auf die viel diskutierte Frage nach einer Zukunft als Bundespräsidentin? Merkels Antwort kommt trocken und eindeutig: „Nö. Meine politische Zeit ist vorbei.“ Lieber Podcasts, sagt sie, als nochmal die Bundespolitik aufzumischen. Wer neugierig geworden ist – der Austausch läuft am Freitag, 6. März, auf allen Podcast-Kanälen und beim hr. Wer es audiovisuell mag: Auch im hr-fernsehen gibt’s das Interview – wenn auch zu fortgeschrittener Nachtzeit.

Angela Merkel bezieht im hr-Podcast „FREIHEIT DELUXE“ klar Stellung gegen Populismus und Ausgrenzung. Sie betont, dass demokratische Werte nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn sie allen in der Gesellschaft zugutekommen – unabhängig von Herkunft oder Nationalität. Zudem ruft sie zu einer gemeinsamen, stärkeren europäischen Position auf und urteilt kritisch über eigene Versäumnisse während ihrer Amtszeit im Bereich der europäischen Verteidigung. Nach weiterer Recherche in aktuellen Medien wurde deutlich, dass Merkels Aussagen gerade im Hinblick auf die steigende Unsicherheit gegenüber rechtspopulistischen Bewegungen und die Herausforderungen des EU-Parlamentswahljahres 2024 als mahnend aufgenommen werden. In der jüngsten Presseschau loben viele Kommentatoren ihre Klarheit, während andere fordern, ihre Mahnungen sollten zu konkreteren Handlungen auf EU-Ebene führen (etwa zu einer Verteidigungsunion oder humaneren Flüchtlingspolitik). Gleichzeitig wird diskutiert, ob ihr Rückzug aus dem aktiven politischen Leben tatsächlich endgültig ist, da sie in aktuellen Diskursen weiterhin Gewicht und Einfluss besitzt.

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