Die Fraktionen der Grünen und der Linken lehnten das neue Jagdgesetz rundweg ab – doch Union, SPD und AfD sorgten für dessen Annahme. Geplant ist, dass vom 1. Juli bis 31. Oktober auf den Wolf gejagt werden darf. Allerdings bestimmen jedes Bundesland und die zuständigen Behörden verbindliche Managementpläne; dabei bleibt das Ziel, die gesunde Population des Wolfs nicht zu gefährden, weiterhin bestehen. In den Alpen – eine Region, in der vergleichsweise wenige Wölfe vorkommen und der Artenschutzstatus fragiler ist – können trotzdem Jagden stattfinden. Weidegebiete dort, beispielsweise schlecht einzugrenzende Almwiesen, könnten künftig explizit vom Zaunbau ausgenommen werden, was die Herdenschutzdebatte auf ein neues Level hebt. Ein weiterer Fokus des Gesetzes liegt auf sogenannten 'Problemwölfen': Tiere, die wiederholt Nutztiere attackieren, dürfen künftig ohne den bisherigen bürokratischen Aufwand getötet werden. Die Rückkehr des Wolfs wird vielerorts als Symbol erfolgreichen Artenschutzes gefeiert, doch gerade auf dem Land nehmen Reibungen zu. Eindrucksvoll: 2024 registrierte man etwa 1.100 Übergriffe und rund 4.300 getötete oder verletzte Nutztiere. Für Maßnahmen zum Herdenschutz (wie Zäune oder spezielle Pflegeteams) flossen über 23 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln – Entschädigungen inklusive.
Im Bundestag ist jetzt offiziell beschlossen worden, dass der Wolf künftig zum jagdbaren Wild zählt und die Jagd auf ihn unter bestimmten Auflagen in Deutschland ermöglicht wird. Die Besonderheiten dabei: Die Jagdzeiten werden eingerahmt, ein günstiges Populationsniveau bleibt Pflicht und für die Alpenregion gelten abweichende Vorschriften, was den Schutz vor allem für Weidewirtschaften betrifft. Trotz allem sorgt das Thema weiter für scharfe Kontroversen zwischen Tierschützern, Landwirten und Politikern. Neuere Berichte, etwa bei der ZEIT oder der Süddeutschen, widmen sich den teils hitzigen Auseinandersetzungen rund um den Wolf, zeigen aber auch, wie schwer der Spagat zwischen ökologischem Anspruch und wirtschaftlicher Realität ist. Zusätzlich diskutieren viele Landwirte, dass der Herdenschutz, selbst mit finanzieller Förderung, nicht immer praxistauglich sei – was zu wachsender Frustration in betroffenen Regionen führe.