Ich gebe es offen zu: Als ich gelesen habe, dass RTL die Übernahme von Sky in Deutschland durchziehen will, habe ich direkt an den nächsten großen Medien-Monolithen gedacht. Doch die EU-Kommission hat am Mittwoch klargestellt: Kein Grund zur Panik, jedenfalls wettbewerbsrechtlich nicht. Nach gründlicher Überprüfung wurde nämlich festgestellt, dass diese Fusion im Europäischen Wirtschaftsraum keinerlei gravierende Auswirkungen auf den Wettbewerb hat. Offenbar agieren RTL und Sky, was Inhalte und Zielgruppen betrifft, ohnehin auf unterschiedlichen Baustellen – Sky am liebsten mit Sport, RTL mehr auf Unterhaltung. Aus Brüsseler Sicht ist das Zusammenspiel also keine Gefahr, da beide Firmen auf unterschiedlichen Pferden reiten und zusammen nur eine kleine Marktecke beanspruchen. Weniger Konkurrenz? Fehlanzeige. Es gibt weiterhin genügend alternative Kanäle und Dienste, die Kunden wählen können, was gerade in Zeiten globaler Streaming-Riesen wie Netflix oder Amazon Prime ein nicht zu unterschätzendes Detail ist. Im Werbemarkt bleibt die Schlagkraft des neuen 'Doppel-Packs' ebenfalls begrenzt, da Viewer inzwischen munter zwischen den Plattformen hin und her hüpfen – Loyalität sieht anders aus. Für RTL und Sky ist die Fusion trotzdem mehr als ein Schulterschluss, sie sehen darin ihre Chance, beim Tempo der Streaming-Welt mitzuhalten. Ob das gelingt? Ich bleibe gespannt und muss gestehen, dass solche Entscheidungen immer ein bisschen nach 'Abwarten und Tee trinken' schmecken.
Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Sky durch RTL Deutschland nun endgültig ohne Auflagen gebilligt. Begründet wurde die Entscheidung damit, dass beide Unternehmen unterschiedlich ausgerichtet sind, sich nicht direkt gegenseitig konkurrenzieren und nach wie vor ausreichend Wettbewerber am Markt verbleiben. Die Entwicklung ist vor allem auch vor dem Hintergrund des anhaltenden Siegeszugs globaler Streaming-Dienste zu verstehen, gegen die klassische Medienhäuser immer mehr ihre Kräfte bündeln wollen. Aus Sicht der Wettbewerbsaufsicht sind keine negativen Konsequenzen zu erwarten, da Verbraucher mühelos zwischen Anbietern wechseln können und der Konkurrenzdruck – gerade durch internationale Player – hoch bleibt.