Mal ehrlich: Hohe Spritpreise sind nichts völlig Neues – das gehört irgendwie zum Zyklus der Energiegeschichte. Monika Schnitzer sieht die momentane Aufregung nicht als Grund, jetzt mit dem Füllhorn alle zu beglücken. Wer fährt, zahlt; die meisten können es schultern, so ihr Tenor. Die Frage, ob wir uns einen allumfassenden Staat wirklich leisten wollen (und sollen), stellt sie direkt – und schiebt nach: Wer Unterstützung braucht, sollte sie erhalten, aber ganz sicher nicht alle. Sie hält von breit gestreuten Entlastungsideen wenig. "Direkte Eingriffe ins Preissystem entmutigen die Leute, sparsam zu handeln. Öl ist teuer, sollte es auch bleiben – sonst verpassen wir die Lernkurve", so Schnitzer. Deshalb ist aus ihrer Sicht klar: Jetzt sei eigentlich der perfekte Zeitpunkt, endlich das lange diskutierte Klimageld auszurollen und die CO2-Einnahmen gerecht zurückzugeben. Technisch? Das klappt mittlerweile problemlos, beteuert sie. Und: Gerade Haushalte mit wenig Geld würden davon endlich profitieren. Zusätzlich regt sie an, die Stromsteuer zu senken, aber nur, wenn damit nicht einfach nur neue Löcher gestopft werden, sondern wirklich unproduktive Programme über Bord gehen. Schnitzer will die aktuelle Knappheit nutzen, um den nächsten Schritt aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu nehmen. Schließlich, meint sie, wiederholen sich die Krisen im Nahen Osten wie in einer Endlosschleife. Hätten wir beim grünen Umbau mehr Tempo gemacht, stünden wir jetzt deutlich solider da – und für Besitzer*innen von E-Autos ist das eh schon Realität. Trotz vorsichtiger diplomatischer Hoffnung zwischen Iran und den USA bleibt sie skeptisch: Schäden an Produktionsanlagen, blockierte Seewege – der Normalbetrieb wird nach ihrer Einschätzung für Monate auf sich warten lassen. Lieferprobleme, Wachstumsdellen, das volle Programm eben.
Monika Schnitzer sieht kurzfristige Entlastungen bei den hohen Spritpreisen kritisch und mahnt, dass staatliche Preismaßnahmen dem eigentlichen Ziel – Reduktion des Verbrauchs fossiler Brennstoffe – entgegenlaufen. Sie fordert, das politisch schon oft versprochene Klimageld nun wirklich einzuführen, da die Rückerstattung der CO2-Abgabe gerade sozial Schwächere entlasten würde. Auch eine Stromsteuersenkung hält sie für sinnvoll, sofern sie mit der Streichung weniger sinnvoller Subventionen finanziert wird. Darüber hinaus spricht sie sich klar für den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien aus, um die deutsche Wirtschaft künftig widerstandsfähiger zu machen. Im Nachgang aktueller geopolitischer Krisen – insbesondere der anhaltenden Unsicherheiten im Nahen Osten und den damit verbundenen Störungen des Welthandels – warnt sie vor längeren Verzögerungen auf den Rohstoffmärkten und Prognosen zufolge vermutlichen Wachstumseinbrüchen.