Faire Schokolade im Rampenlicht: Tony's Chocolonely wird Branchenprimus – auch für Gleichstellung ausgezeichnet

Hamburg – Die aktuelle Ausgabe der renommierten „Chocolate Scorecard“ hebt Tony’s Chocolonely als eines der fairsten Schokoladenunternehmen weltweit hervor. Unter verschärften Kriterien landet das Unternehmen fast an der Spitze – und heimst zusätzlich den Preis für die Förderung von Frauen in der Lieferkette ein.

heute 12:22 Uhr | 2 mal gelesen

Unabhängige Auszeichnung trifft innovative Initiative: In Partnerschaft mit dem Lieferketten-Projekt Tony’s Open Chain sichert sich Tony’s diesmal sogar den zweiten Platz unter allen bewerteten Schokoladenfirmen weltweit – ein ziemlich starkes Statement. Die „Chocolate Scorecard“ wird jedes Jahr von der Initiative „Be Slavery Free“ und diversen Universitäten sowie NGOs erarbeitet. Sie scannt die Branche auf Herz und Nieren – von ökologischen Standards bis zu gerechter Bezahlung in entlegenen Kakaogegenden. Neu dieses Jahr: Es zählt, was wirklich auf den Feldern ankommt, nicht bloß hehre Absichtserklärungen. Diese Messlatte hat offenbar viele ins Straucheln gebracht, bloß Tony’s bleibt in wichtigen Bereichen rundum „grün“ – also vorbildlich. Exzellenz bei existenzsichernden Löhnen – und Wertschätzung für Gleichberechtigung: In Sachen existenzsicherndes Einkommen für Farmer:innen schafft es Tony’s in der internationalen Wertung auf Platz 1. Das Thema wird oft heruntergespielt, ist aber für hunderttausende Familien überlebenswichtig. Zusätzlich erhält Tony’s dieses Jahr auch die spezielle Auszeichnung für Gleichberechtigung – den Gender Award. So wird sichtbares Engagement gewürdigt: etwa mit Programmen, die Frauen stärken, Trainings anbieten oder Strukturen vor Ort verbessern. Die persönliche Note bekommt man im aktuellen FAIR REPORT nachzulesen. Auch in den Feldern Kinderarbeit und Rodung bleibt Tony’s ganz vorn dabei. Verbesserungspotenzial gibt’s trotzdem: Beim Thema Agroforst sowie dem Einsatz von Pestiziden ist das Unternehmen diesmal statt grün „nur“ gelb. Aber anstatt das schönzureden, sieht Tony’s das als Arbeitsauftrag. Über das Open Chain Productivity Program werden jetzt Mischwälder auf den Plantagen angelegt und der Pestizid-Einsatz weiter runtergeschraubt – Stichwort: Integriertes Schädlingsmanagement. Was man nicht vergessen sollte: Bei so viel Bewertungs-Bürokratie bleibt natürlich immer ein Körnchen Skepsis. Schließlich zählen Zahlen, aber genauso zählt der Blick aufs große Ganze. Wer als Konsument:in nach ethisch vertretbarer Schokolade sucht, kriegt hier aber eine klare Richtschnur an die Hand. Und bald gibt’s die Hintergründe zum Mitmachen: Vom 11. bis 13. Juni lädt Tony’s zu einem „Peep Up“ nach Köln. Dort geht es nicht darum, möglichst viele Tafeln zu verkaufen, sondern um spielerische Aufklärung über Ausbeutung in Lieferketten. Und klar: Probieren darf man natürlich trotzdem.

Die Chocolate Scorecard zeichnet Tony’s Chocolonely als eines der nachhaltigsten Unternehmen der Schokoladenbranche aus und verleiht ihm sowohl den Spitzenplatz bei existenzsichernden Löhnen als auch den Gender Award für Maßnahmen, die Frauen in den Lieferketten stärken. Besonders betont werden in diesem Jahr rigorosere Bewertungskriterien: Nur konkrete Veränderungen vor Ort zählen, nicht bloße Versprechen. Tony’s punktet weiterhin bei Kinderarbeit und Umwelt, sieht aber im gelben Rating bei Agroforstwirtschaft und Pestiziden einen klaren Auftrag zu Verbesserungen. Recherchen zeigen, dass die Diskussion rund um faire und nachhaltige Lieferketten hochaktuell bleibt, etwa angesichts des neuen EU-Lieferkettengesetzes und einer breiteren Debatte um soziale Unternehmensverantwortung. So berichtet die "Süddeutsche" aktuell über Herausforderungen für Schokoladenhersteller bei der Einhaltung fairer Standards, während die "Zeit" die Schwierigkeiten vieler Marken beim Nachweis tatsächlich fair gehandelten Kakaos beleuchtet – es gibt also branchenweit noch viel zu tun.

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