USA planen offenbar deutliche Einschränkungen ihrer Nato-Militärbeteiligung

Washington erwägt, das eigene militärische Engagement innerhalb der Nato massiv zurückzufahren – das betrifft vor allem strategische Kräfte.

heute 11:28 Uhr | 1 mal gelesen

Laut einer Recherche des 'Spiegel', für die man sich auf Insider im Nato-Hauptquartier beruft, stehen substanzielle Veränderungen bevor: Ein Abgesandter des US-Verteidigungsministeriums, Alexander Velez-Green, habe kürzlich bei einer Gesprächsrunde mit hochrangigen Vertretern verschiedener Nato-Staaten verkündet, dass die USA ihr Truppenkontingent und insbesondere den Einsatz moderner Militärausrüstung für die Allianz stark begrenzen wolle. Geplant sei unter anderem, dass von den bislang durch die USA gestellten strategischen Bombern nur noch etwa die Hälfte bereitgestellt werden soll. Zusätzlich werde die Anzahl der Kampfjets reduziert – ein Drittel weniger sei im Gespräch. Die US-Marine werde nach diesen Plänen weniger Zerstörer zur Verfügung stellen und sogar ganz auf die Stellung von U-Booten im Nato-Rahmen verzichten. Ebenso wolle Washington Aufklärungsdrohnen künftig nicht mehr selbst bereitstellen, die Verantwortung soll in diesem Bereich an die europäischen Verbündeten übergehen. Bei bewaffneten Drohnen-Modellen setzen die Amerikaner ebenfalls auf einen spürbar kleineren Beitrag. Velez-Green forderte dabei die europäischen Partner auf, zeitnah für Ausgleich zu sorgen, und signalisierte Unterstützung für Länder, die zügig ihre Kapazitäten ausbauen. Konkrete Einzelheiten will Washington im Juni auf einer eigens angesetzten Konferenz vorstellen. Hintergrund ist unter anderem die anhaltende Forderung der US-Regierung, dass die europäischen Nato-Partner sich stärker finanziell und materiell engagieren, um die eigene Verteidigungsfähigkeit zu sichern. Eine Nato-Sprecherin räumte auf Anfrage ein: Das transatlantische Bündnis habe lange auf Amerika gebaut, mittlerweile nähmen jedoch Investitionen und Eigenverantwortung in Europa und Kanada spürbar zu. Dies werde von Seiten der Nato-Führung als Schritt zu mehr Unabhängigkeit und Stabilität bewertet, auch wenn viele Details der Umgestaltung noch unklar bleiben. Übrigens: Wirklich überraschen dürfte Beobachter dieser Entwicklung nur wenig; die Debatte über Lastenteilung zieht sich bereits durch mehrere Jahrzehnte.

Die USA stehen offenbar vor der Entscheidung, ihre Militärbeiträge für die Nato merklich zu reduzieren und einen Teil der bisherigen Schlüsselfähigkeiten an ihre europäischen Partner abzugeben. Im Zentrum stehen dabei insbesondere strategische Bomber, Kampfjets, Kriegsschiffe und Drohnentechnik, für die nun europäische Staaten bereitstehen sollen. Diese Neuausrichtung folgt anhaltendem US-Druck in Richtung unabhängigerer europäischer Verteidigungsstrukturen, wobei die Nato-Spitze die Bemühungen bereits vorsichtig als Stärkung der Allianz interpretiert. Ergänzend dazu zeigen aktuelle Medienberichte: Laut 'Süddeutscher Zeitung' wachsen vor allem in Osteuropa die Sorgen, da Russland seine Aktivitäten an den Nato-Grenzen verstärkt und gleichzeitig die USA ihr Engagement zurückfahren könnten. Aus einem aktuellen Beitrag der 'Zeit' wird klar, dass europäische Staaten unter Zugzwang geraten und bereits deutliche Budgetaufstockungen im Verteidigungsbereich einleiten – trotzdem bleibt Skepsis, ob Ausrüstung und Personal nicht zu langsam nachziehen. In der internationalen Debatte, zu der sich auch Stimmen aus Kanada und Großbritannien äußern, ist zunehmend von einem 'Paradigmenwechsel' in der Rolle der USA innerhalb der Nato die Rede; besonders deutlich wird das auf Analyseportalen wie taz.de und spiegel.de.

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