Stefan Evers: Randbebauung des Tempelhofer Feldes ohne erneute Bürgerbefragung

Der CDU-Politiker Stefan Evers plant, das Tempelhofer Feld am Rand zu bebauen – einen neuen Volksentscheid möchte er dabei umgehen.

heute 05:02 Uhr | 3 mal gelesen

Stefan Evers, amtierender CDU-Landeschef und Spitzenkandidat für die Berliner Wahl, sieht in der bevorstehenden Abstimmung im September eine klare Entscheidung über die Zukunft des Tempelhofer Feldes – insbesondere die Randbebauung für dringend benötigten Wohnraum. Während die schwarz-rote Berliner Koalition anfänglich eine Volksbefragung erwogen hatte, will Evers nun direkt loslegen und den 2014 entschiedenen Volksentscheid – der die Bebauung untersagte – als überholt betrachten. Er verweist auf die akute Wohnungsnot in Berlin, die damals weit weniger dramatisch gewesen sei, und argumentiert, dass ein Wahlvotum demokratischer sei als eine weitere Befragung. Seine Entschlossenheit rührt auch daher, dass durch den Bau entlang des Feldrandes bis zu 50.000 Menschen neue Wohnungen erhalten könnten, ohne das große, grüne Herz des Feldes zu verlieren. Kritiker aus SPD und Grünen, die Bedenken wegen des Bürgerwillens und Umweltschutzes äußern, spricht Evers ab: Eine neue Umfrage zeige auch bei Grünen-Anhängern Zuspruch für die Bebauung. Den Druck, das Wohnungsproblem endlich anzugehen, empfindet er als größere Verpflichtung als das Festhalten an alten Beschlüssen. Dennoch hält er inne: Die aktuelle Berliner Politik sieht Evers auf einem guten Weg – Verbesserungen wie funktionierende Bürgerämter und mehr Rückhalt für die Polizei nennt er als Beispiele, auch wenn noch viel Arbeit aussteht.

Evers’ Forderung, das Tempelhofer Feld am Rand zu bebauen, sorgt in Berlin für neue politische Debatten – die Wohnungsnot wird gegen den Schutz eines symbolisch aufgeladenen Stadtfreiraums aufgewogen. Evers beruft sich auf aktuelle Umfragen, die eine gestiegene Akzeptanz für die Randbebauung zeigen, und nutzt den Berlin-Wahlkampf als Mandat zur Durchsetzung seiner Pläne. Dennoch stoßen die Bebauungsvorschläge insbesondere bei Umweltschützern und Teilen der Opposition auf Widerstand, während die Stadtgesellschaft weiterhin nach Kompromissen sucht. Neuere Berichte einzelner Medien weisen darauf hin, dass die Debatte intensiver wird, je näher die Wahl rückt. Die politische Auseinandersetzung spiegelt dabei auch den sozialen Druck: Die steigenden Mieten und wachsende Bevölkerung in Berlin lassen den Ruf nach neuem Wohnraum lauter werden, während gleichzeitig das Spannungsfeld zwischen Naturschutz und Stadtentwicklung bleibt. Zudem wurde diese Woche erneut darauf hingewiesen, dass eine Lösung des Problems nicht ohne konsequente Entscheidungen in der Stadtentwicklungspolitik möglich sein wird.

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