Vermieten mag von außen oft unkompliziert erscheinen, doch für viele kleine Eigentümer ist das längst kein Selbstläufer mehr. 'Wir sind keine Großkonzerne', betont Kai Warnecke, Chef von Haus & Grund, gegenüber der NOZ – und trifft damit einen Nerv. Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands unter mehr als 24.000 Privatvermietern hatten im letzten Jahr 10,3 Prozent mit ausstehenden Mieten zu kämpfen. Klingt vielleicht wenig, doch der einzelne Ausfall reißt schnell ein Loch in die Haushaltskasse: Rücklagen schmelzen dahin, Investitionen bleiben liegen, Kreditraten drücken. Wird das zum Dauerzustand, sitzt der Vermieter bald selbst in der Falle – vor allem, wenn Gerichtsprozesse sich hinziehen und Kosten auflaufen. Gerade kleine Vermieter, die vielleicht nur eine einzige Wohnung vermieten, kämpfen da ums finanzielle Überleben.
Angesichts überlasteter Gerichte und schleppender Verfahren fordert Haus & Grund mehr Tempo und bessere Ausstattung in der Justiz. Prozesse müssten bei handfesten Mietrückständen rascher entschieden, die Ansprüche der Eigentümer durchgesetzt werden können. Besonders kritisch sieht der Verband den Regierungsplan zur Ausweitung der Schonfristzahlung – ein Schritt, der aus Sicht von drei Vierteln der befragten Vermieter eine weitere Belastung darstellt. Denn: Wer keine Miete zahlt und mit Nachzahlung einfach weitermacht, bringt das ohnehin fragile Vertrauen zwischen Mietern und Vermietern zusätzlich ins Wanken. Die Sorge: Immer mehr Private könnten das Handtuch werfen, ihre Wohnungen verkaufen oder vom Markt nehmen – und das bei ohnehin knappen Wohnraum.
Unterm Strich bleibt ein gewisser Fatalismus: Gesetzgeber und Justiz bewegen sich im Schneckentempo, während auf Eigentümerseite die Geduld und Reserven schwinden. Vielleicht würde manchmal schon ein wenig mehr Pragmatismus helfen – und ein bisschen weniger Bürokratie.
Etwa jeder zehnte Privatvermieter in Deutschland hatte 2023 mit ausbleibenden Mieteinnahmen zu kämpfen – eine Lage, die besonders für Kleinvermieter schnell zur finanziellen Notlage werden kann. Der Verband Haus & Grund fordert daher schnellere Gerichtsverfahren und bessere Justizstrukturen, um Vermieter bei Mietrückständen nicht im Stich zu lassen. Obwohl der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Schonfristzahlung eigentlich den Mieterschutz stärken soll, sehen viele Eigentümer darin eher neue Hürden, die das Angebot an Mietwohnungen weiter schmälern könnten.
Aktuelle journalistische Recherchen zeigen zudem, dass nicht nur finanzielle Risiken, sondern auch ein hoher bürokratischer Aufwand kleine Vermieter zunehmend abschrecken. Laut einer Untersuchung der Tagesschau wird beobachtet, dass insbesondere in Ballungszentren die Zahl der privaten Mietwohnungen sinkt, während kommunale oder institutionelle Anbieter zulegen. Auch die Süddeutsche Zeitung berichtet über ansteigende Probleme bei der energetischen Sanierung von Mietwohnungen, die für viele Kleinvermieter aufgrund finanzieller Engpässe kaum noch zu stemmen sei.