Tatsächlich stehen die Praktiken der Schufa aktuell stark im Fokus der Datenschutzdiskussionen. Insiderberichte und Einsichten von Verbraucherschützern, die in mehreren Medien aufgegriffen werden, zeigen, dass die Schufa Unterlagen und Datensätze archiviert, die für die meisten Privatleute irrelevant geworden sind – also z. B. abbezahlte Kredite oder Begleichungen von Insolvenzen, die eigentlich nicht mehr im sogenannten Schufa-Score auftauchen sollten. Die Argumentation des Unternehmens stützt sich auf Interpretationen geltender Gesetze, die jedoch von Datenschützern wie der hessischen Landesdatenschutzbehörde bereits kritisch hinterfragt werden. Die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sieht das Prinzip der Datensparsamkeit vor, und genau daran stoßen sich Jurist*innen und Datenschützer. Der Ausgang der laufenden Untersuchungen könnte Auswirkungen auf Millionen Verbraucher haben – eine größere Transparenz und strengere Regeln für die Nutzung und Weitergabe sensibler Informationen sind durchaus möglich. In den letzten 48 Stunden diskutieren viele große deutsche Medien die Enthüllung der „Schattendatenbank“ und deren weitreichende Folgen für Verbrauchervertrauen und Datenschutz. Betroffene fragen sich derweil, wie sie Kontrolle bekommen können und wie sich ihre digitale Identität unter solchen Umständen schützen lässt.