Wenn RTL Deutschland und Sky Deutschland künftig gemeinsame Sache machen, entsteht ein echter Schwergewichtler im europäischen Medienzirkus. Für Bertelsmann ist dieses Bündnis nicht bloß eine formale Neugliederung, sondern eine Kampfansage: Die geballte Medienkraft will auf Augenhöhe mit Netflix, Disney und Konsorten ringen. Streaming-Plattformen wie RTL+ und Sky/Wow bilden dabei das Herzstück; mehr als zwölf Millionen zahlende Abonnenten erwarten die Beteiligten nach der Fusion vermutlich – eine Zahl, die angesichts des Streaming-Hypes durchaus ehrgeizig, aber nicht unrealistisch erscheint.
Thomas Rabe, der Chef von Bertelsmann, spricht von einem „Meilenstein“, und hat wohl Recht – immerhin markiert die EU-Freigabe einen Zwischensieg im Wettbewerb der europäischen Medienhäuser mit internationalen Giganten. Doch, kleine Randbemerkung: Konkurrenz belebt das Geschäft, so heißt es. Ob das hier zu mehr Vielfalt führt oder zur Konzentration von Marktmacht, bleibt zumindest diskussionswürdig.
Leiten wird das neue Unternehmen Stephan Schmitter, der aktuelle CEO von RTL Deutschland. Köln bleibt für RTL Deutschland die Heimat, Sky bleibt in München verortet; so ein bisschen föderales Mediengefühl also. Zur Erinnerung: Die endgültige Vereinbarung ging Ende Juni 2025 über den Tisch; jetzt sind nach langem Warten alle regulatorischen Daumen gehoben. Ein Termin steht auch: Am 1. Juni 2026 dürfte der Zusammenschluss offiziell durchgewunken sein und seine Wirkung entfalten.
Apropos Bertelsmann: Wer das Konglomerat noch immer für einen schlichten Buchverlag hält, hat etwas verschlafen. Innerhalb von fünfzig Ländern aktiv, 75.000 Mitarbeitende und ein Umsatz von 19 Milliarden Euro allein 2025 – hier geht es um mehr als Unterhaltung, sondern auch um Bildung, Dienstleistungen und Investments in neuen Medienfeldern. Wer weiter eintauchen will: Einen Einstieg findet man über www.bertelsmann.de.
Mit der EU-Genehmigung kann Bertelsmann die Verschmelzung von Sky Deutschland und RTL Deutschland planmäßig zum 1. Juni 2026 vorantreiben – ein entscheidender Schritt, um der Konkurrenz im internationalen Streaming-Markt Paroli zu bieten. Kritische Stimmen sehen darin aber auch einen weiteren Schritt zur Marktkonzentration und warnen vor möglicher Einschränkung von Vielfalt in der deutschen Medienlandschaft. Neuere Berichte heben außerdem hervor, dass die Medienbranche insgesamt vor großen Umbrüchen steht; so setzen inzwischen nicht nur internationale, sondern auch deutsche Anbieter verstärkt auf zielgruppenspezifische Angebote und datengetriebenes Marketing, um eine jüngere, online-affine Zuschauerschaft zu gewinnen. Die Medienfusion wird von Experten daher nicht nur als Wachstumschance, sondern auch als Testfall für die Flexibilität europäischer Medienkonzerne bewertet.