Kanadische Investoren im Rennen um Uniper-Anteile

Im Ringen um den Verkauf des Düsseldorfer Energieunternehmens Uniper rücken zwei gewichtige Finanzakteure aus Kanada in den Mittelpunkt.

heute 09:47 Uhr | 3 mal gelesen

Offenbar hat sich rund um den Verkauf von Uniper ein Zusammenschluss gebildet, bestehend aus der Investmentfirma Brookfield und dem großen kanadischen Pensionsfonds CPP Investments. Laut Berichten des „Handelsblatts“, das sich auf Insider aus der Beraterbranche beruft, liebäugelt das Konsortium gezielt mit einer Übernahme der Uniper-Anteile. Die finanziellen Möglichkeiten sind beachtlich: Brookfield overseht ein Vermögen im Wert von mehr als einer Billion US-Dollar; CPP Investments liegen immerhin bei rund 570 Milliarden Dollar. Gemeinsam könnten sie also nicht nur das Paket der zu verkaufenden 75 Prozent stemmen, sondern auch weiteren Investitionsbedarf abdecken. Uniper, einst ein Sorgenkind auf dem deutschen Energiemarkt, rückt so erneut in den Fokus internationaler Geldgeber und könnte sich perspektivisch ganz neu aufstellen. Die kanadischen Player haben sich zu den Gerüchten jedoch bislang höflich ausgeschwiegen – vielleicht, weil noch mit harten Bandagen im Hintergrund verhandelt wird oder weil der Markt in Unklarheit gelassen werden soll. Wer weiß das schon? Im Moment tut jedenfalls Bewegung dem Unternehmen und dem Sektor gut, auch weil die Energiewende gerade jede Menge frisches Kapital braucht.

Das Interesse kanadischer Investoren an Uniper fällt mit einer Zeit zusammen, in der europäische Energieversorger zunehmend in den Fokus internationaler Investmentgesellschaften geraten. Brookfield und CPP Investments sind aufgrund ihrer Finanzkraft prädestiniert, größere Firmenübernahmen zu stemmen und könnten mit ihren geplanten Investments zusätzliche Impulse für Unipers strategische Neuaufstellung liefern. Zuletzt wurde Uniper nach der Übernahme durch den Bund in der Energiekrise stabilisiert – der aktuelle Verkaufsprozess ist Teil der Strategie, sich wieder stärker privatwirtschaftlich aufzustellen. Laut Einschätzungen aus dem Branchenumfeld dürften dabei nicht nur finanzielle Erwägungen eine Rolle spielen, sondern auch Unipers Transformation hin zu grüner Energie und neuen Geschäftsfeldern, die für Investoren mit langfristigem Fokus interessant werden. Die geplante Privatisierung ist politisch nicht unumstritten: Umweltverbände befürchten, dass Finanzinvestoren Klimaziele verwässern könnten, während Teile der Wirtschaft den Einstieg als Zeichen für notwendige internationale Zusammenarbeit sehen. In aktuellen Medienberichten wird betont, dass neben dem kanadischen Konsortium weitere Bieter Interesse bekundet haben, wodurch mehrere Optionen für die Zukunft des einstigen staatlichen Energieversorgers im Raum stehen.

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