Eurozone: Inflationsrate zieht spürbar an

Im Euroraum bleibt die Teuerung ein Thema: Nach aktuellen, vorläufigen Zahlen von Eurostat steigt die jährliche Inflation im Juli auf 2,9 Prozent – ein leichter, aber merklicher Anstieg gegenüber dem Vormonat.

vor 56 Minuten | 2 mal gelesen

Interessant ist, wie fixiert die Europäische Zentralbank auf diese sogenannten Kernwerte der Inflation ist. Klar, zwei Prozent galten lange als magische Marke: nicht zu hoch, nicht zu niedrig. Doch nun ist mit 2,9 Prozent wieder ordentlich Bewegung in der Sache, die steigenden Energiepreise drücken zusätzlich aufs Gemüt. Bei Energie etwa wird die Inflation für Juni mit 10,0 Prozent erwartet, das haut rein – zumal es im Vormonat „nur“ 8,5 Prozent waren. Dienstleistungen legten, fast schon unauffällig, auf 3,3 Prozent zu. Bei Nahrungsmitteln, Alkohol und Tabak geht’s hingegen minimal bergab: 1,2 Prozent nach zuvor 1,5. Industriegüter (ohne Energie) machen einen kleinen Satz von 0,7 auf 0,9 Prozent. Unterm Strich aber sieht man: Je nach Land ist der Preisdruck unterschiedlich. Litauen schießt mit 5,6 Prozent Inflation nach oben, während Estland mit 2,0 Prozent beinahe gelassen wirkt. Es ist also, wie immer, ein heterogenes Bild, das sich kaum einfach erklären lässt. Manchmal denke ich: Die Wirtschaft ist ein bisschen wie das Wetter – kaum vorhersagbar, aber alle reden drüber.

Die Inflation im Euroraum steigt zum ersten Mal seit Monaten wieder an und liegt bei 2,9 Prozent, was vor allem durch Energiekosten angetrieben wird. Die Kerninflationsrate – ohne schwankungsanfällige Posten wie Energie oder Nahrungsmittel – bleibt unter jener Marke, die die Europäische Zentralbank als kritisch erachtet, nimmt aber ebenfalls leicht zu. Aktuelle Recherchen zeigen zudem, dass Diskussionen über mögliche Leitzinssenkungen der EZB in der Luft liegen, wobei weiter diskutiert wird, ob und wie stark die Lockern der Geldpolitik die Inflation wieder anheizen könnte; zudem verfolgen viele Länder ihre ganz eigenen Wege im Umgang mit steigenden Preisen, etwa durch Subventionen oder Preisbremsen.

Schlagwort aus diesem Artikel