Ausfallgeld bei Hitzewellen? DGB fordert Schutz für Beschäftigte

Angesichts immer häufiger auftretender Hitzetage drängt der Deutsche Gewerkschaftsbund auf spürbaren Arbeitsschutz – und denkt dabei auch an ein Ausfallgeld bei Arbeitsausfällen durch extreme Temperaturen.

heute 11:52 Uhr | 2 mal gelesen

Man kann das irgendwie kaum noch wegreden: Die Sommer in Deutschland schlagen salopp gesagt Haken, als hätten sie zu viel Energie getankt. Der DGB – besser gesagt, seine Vorsitzende Yasmin Fahimi – hat in einem Interview ziemlich klar gemacht, dass sie die Sache mit der Hitze für ziemlich brisant hält. Die Zahl der Tage mit über 35 Grad schraubt sich beharrlich nach oben. Kein Pappenstiel, vor allem nicht für Leute, die draußen sortieren, Pakete schleppen oder im Blaulichtbetrieb mehr Risiko als Mittagshitze aushalten. Fahimi legt den Finger in die Wunde („Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein“) und will verbindliche gesetzliche Regeln sehen. Sinngemäß: Wenn Arbeit nicht mehr zumutbar ist, braucht es Geld dafür – so eine Art Hitzepause auf Staatskosten. Aber, und das ist ihr wichtig: Die Unternehmen müssen gewissermaßen auch zu Potte kommen und für durchdachte Prävention sorgen. Betriebs- und Personalräte seien Gold wert, weil sie am ehesten wissen, was praktisch vor Ort hilft, sei es flexible Pausen, mobile Ventilatoren oder ganz schnörkellos: Arbeitsschichten umbauen. Ach ja, der Elefant im Raum: Klimawandel. Mehr Emissionen, mehr knallige Sommer, mehr Notwendigkeit für Maßnahmen. Klingt nach einer Kette, die sich immer weiter selbst antreibt. Was noch? Ehrlich gesagt, bleibt es ein bisschen schwammig, wie genau das mit dem Ausfallgeld gehen könnte – aber der Impuls, das Thema lauter zu stellen, ist jedenfalls gesetzt.

Der DGB verlangt von der Bundesregierung, endlich verbindliche Regelungen für mehr Schutz der Arbeitnehmer*innen an Hitzetagen zu schaffen – und bringt dabei ein Ausfallgeld ins Spiel, falls Arbeiten schlicht unmöglich wird. Zugleich liegt ein Teil des Drucks auf den Unternehmen, Schutzmaßnahmen nicht nur als lästige Pflicht, sondern als festen Bestandteil des Arbeitsschutzes zu sehen; Betriebsräte sollen dabei mitreden. Aktuelle Studien und gewerkschaftliche Umfragen belegen, dass längst nicht alle Firmen ausreichend auf häufigere Hitzewellen vorbereitet sind, und die Zahlen von hitzebedingten Krankentagen und Arbeitsunfällen steigen jährlich. In den letzten beiden Jahren hat außerdem die Anzahl der Tage mit Temperaturen über 30 Grad in Deutschland zugenommen, wie das Umweltbundesamt und der DWD übereinstimmend feststellen. Die Bundesregierung prüft nach Medienberichten derzeit Möglichkeiten, ein „Hitzeschutzkonzept“ wie in Südeuropa einzuführen und auch ein finanzielles Auffangnetz – in Form eines Ausfallgelds – wird debattiert. Erste Länder, darunter Frankreich und Spanien, setzen bereits auf ähnliche Modelle, um Arbeitskräfte zu schützen.

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