Privat vorsorgen: Warken fordert steuerliche Anreize für Pflegezusatzversicherung

Nina Warken (CDU), Bundesgesundheitsministerin, setzt sich dafür ein, private Pflegevorsorge durch Steuervorteile attraktiver zu machen.

heute 09:59 Uhr | 2 mal gelesen

Pflege wird für immer mehr Menschen ein Thema – nicht nur, weil wir alle älter werden, sondern auch, weil die gesetzliche Versicherung oft nicht ausreicht. Nina Warken, die neue Bundesgesundheitsministerin, bringt einen Vorschlag ins Gespräch, der aufhorchen lässt: Wer zusätzlich privat für den Pflegefall vorsorgt, soll Steuerabzüge bekommen. Das wäre für viele vielleicht endlich ein echter Anreiz, die oft aufgeschobene Zusatzversicherung anzugehen – so zumindest denkt Warken laut in Richtung Bundesregierung und den Zeitungen der "Funke-Mediengruppe". Das Ganze solle kein Trick sein, um Kosten einfach den Kommunen aufzudrücken, sondern ein Baustein ihres geplanten Pflegereformpakets. Aktuell ist es nämlich so: Wer stationär gepflegt wird, muss meistens – trotz Pflichtversicherung – draufzahlen. Private Zusatzlösungen wie Pflegetagegeld oder Pflegerenten helfen zwar, sind aber freiwillig und ziemlich undurchsichtig, wenn man sich nicht auskennt. Die Branche bietet viele Modelle an, doch die Unterschiede in Preis und Leistung sind groß und haben öfter mal den Beigeschmack von Kleingedrucktem. Die Hoffnung der Ministerin: Wenn das steuerlich gefördert wird, bewegen sich mehr Menschen – und die Angst vor finanziellen Pflege-Abgründen wird zumindest etwas kleiner.

Warken fordert, private Pflegezusatzversicherungen steuerlich zu begünstigen, da die gesetzliche Pflegeversicherung oft nicht ausreicht, um die tatsächlichen Pflegekosten – besonders bei stationärer Unterbringung – vollständig abzudecken. Die Idee ist, dass Bürgerinnen und Bürger gezahlte Beiträge zur privaten Pflegevorsorge künftig steuerlich absetzen können, um die Eigenanteile im Pflegefall zu verringern. In ihrer geplanten Pflegereform spricht sich Warken klar dagegen aus, Kosten einfach auf Städte und Kommunen zu verlagern, und setzt stattdessen darauf, private Vorsorge stärker als Teil einer tragfähigen Finanzierungslösung zu etablieren. NEU: Die Finanzierungslücken in der Pflegeversicherung werden aktuell politisch und gesellschaftlich heftig diskutiert, vor allem weil sich die Ausgaben der gesetzlichen Pflegekassen in den letzten Jahren weiter erhöht haben. Während Experten betonen, dass ohne Reformen die Eigenbelastung der Pflegebedürftigen weiter steigen wird, weisen Verbraucherschützer darauf hin, dass steuerliche Förderung von Pflegezusatzversicherungen nicht allein reicht; auch Transparenz und Beratung müssten massiv verbessert werden. In den letzten 48 Stunden berichten mehrere Medien über neue Vorschläge zur Begrenzung der Pflegekosten, etwa durch feste Eigenanteile, Soforthilfen oder eine stärkere Einbindung älterer Menschen in Vorsorgemaßnahmen.

Schlagwort aus diesem Artikel